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1777

Der Faun

Johann Georg Jacobi

In wonneleere Mauern Verschlossen, rings umwacht, Soll dort ein Mädchen trauern, Dem Lenz und Jugend lacht?

Schnell öffne jene Riegel Der Amoretten Heer, Und führ' auf diesen Hügel Zu mir Belinden her!

Ach! aber in Gesträuchen Seh' ich von ferne schon Den alten Satyr schleichen; Ihr Nymphen! sprecht ihm Hohn.

Er stört mir jede Freude, Der Unhold! jeden Kuß Zählt er mit bitterm Neide, Den ich entbehren muß.

Wenn er sich birgt, und lauschet, O dann verrathet ihn, Ihr Myrthenbüsche! rauschet, Laßt eilend uns entfliehn!

Euch wird die Liebe strafen, Gebt ihr uns nicht Gehör: Und keine Mädchen schlafen In euren Schatten mehr.

Lyäus hängt den Becher, Um den er Rosen flicht, Cupido seinen Köcher An eure Zweige nicht.

Es flüchtet jede Taube Hinweg von dieser Flur, Und in dem falchen Laube Verweilt die Krähe nur.

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