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1777

Das Täubchen

Johann Georg Jacobi

In diesen dunkeln Hainen Ging ich den losen Kleinen, Die Köcher tragen, nach; Hier, Chloe, hier im Grünen

War Amor unter ihnen; Ich hörte, was er sprach. O wenn in diesen Schlingen Wir nun das Täubchen fingen,

Das mir die Mutter wies! O lockt es! singt, ihr Brüder; Ihr wißt, daß sich durch Lieder Schon manches täuschen ließ.

„Komm, Täubchen, komm! Den Wagen Der Venus, sanft getragen Vom Zephyr, sollst du ziehn; Sollst unter Blüthen wallen,

Wenn in des Adlers Krallen Die Donnerkeile glühn. Er muß den Zevs begleiten, Und gegen Riesen streiten,

Und mit ins Treffen gehn; Du kannst in kleinen Kriegen Uns nur zur Seite fliegen, Und überwinden sehn.

O komm! In wenig Tagen Wirst du verlassen klagen, Dein Liebling eilt von hier: Getreuer sind die Gatten

In Paphos sichern Schatten; Kein Falke raubt sie dir. Du sollst mit Amoretten Dich auf den Gürtel betten,

Der unsre Göttin ziert; Geschmeichelt von Najaden, Soll dich die Quelle baden, Die Venus nur berührt.“

So sangen sie, die Brüder! O süße Macht der Lieder! O zauberischer Wahn! Das Täubchen kommt geflogen,

Setzt sich auf Amors Bogen, Und sieht den Knaben an.

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