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An BelindenFußnoten

Johann Georg Jacobi

Es hörte diese Zelle Noch nie der Liebe Gruß, Und die geweihte Schwelle Betrat kein schöner Fuß.

An öden Mauern gehen Gespenster, blaß und stumm, In sich gehüllt, und sehen Nach mir sich warnend um.

Ach, aber ach! Belinde, Dein Bildniß folgt mir nach, Dein Bildniß, welche Sünde! Ins fromme Schlafgemach.

Statt heiliger Gesänge, Statt Hymnen, tönet hier Durch lange dunkle Gänge Nur deine Stimme mir.

An jene Finsternisse Denk' ich in dieser Nacht, Als unsre letzten Küsse Die Liebe selbst bewacht.

Der du den Tempel schützest, Mit Bischöflichem Stab Hoch auf Altären sitzen, Komm, Heiliger! herab,

Und strafe das Verbrechen Getreuer Zärtlichkeit, Wenn einen Kuß zu rächen Dir Lieba nicht verbeut.

O denke, welch ein Feuer Im Busen dir gebrannt, Als mit dem keuschen Schleyer Die Nonne vor dir stand;

Als du den Schleyer küßtest, Und an zu seufzen fingst, Und für die Sünde büßtest, Und wieder sie begingst!

Wie war sie deinen Blicken, O wie so himmlisch schön, Du wolltest, voll Entzücken, Nach ihr noch sterbend sehn;

Mit ihr zugleich verwesen, An ihrer Seite ruhn; Was Lieba dir gewesen, Ist mir Belinde nun.

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