Skip to content
1697

Sonnet über den Geitz

Christian Friedrich Hunold

Ihr Reichen lasset euch den Reichthum nicht gelüsten Kauffe euch kein Zucht-Hauß nicht durch euer eigen Geld. Bey großem Gute dient kein Angst und Sorgen Held Und nur ein Sclaven Hertz verschließt sich in die Küsten.

Ein Mörder saugt sein Blut aus seinen eignen Brüsten. Ein Kluger lebt vergnügt und der besiegt die Welt Wenn welche Schande doch! durch sie ein Geitzhalß fällt Als ob Metall und Koth ihn zu beglücken wüßten.

In Banden legt er sich; ob sie nun güldenseyn So schlägt der große Narr doch seine Seele nein Die über alles soll auf Erden triumphiren. An Stricken pfleget man die Hunde nur zu führen.

Ein Weiser braucht sein Geld wird nicht vor Sorgen bleich Bey Reichthum ist er froh und in der Armuth reich.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Sonnet über den Geitz · Christian Friedrich Hunold · Poetry Cove