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1680–1721

N.A.

Christian Friedrich Hunold

Betrübter Unbestand! Der m Dein falsches Wesen wird mir mehr als wohl bekand Was läst der Himmel mich doch nur zum Troste hoffen?

Verliert sein Gnaden-Strahl denn endlich seinen Schein; Und will mein Freudenstern nun ein Comete seyn? So ändert sich die Zeit Die mich zuvo

Ich seh' im Geiste schon daß mich Vergnüglichkeit Nun vor ein Freuden-Fest heist Marter-Wochen wehlen: Es bricht der letzte Tag im Jubel-Jahr herein Und mein bestürtzter Fuß tritt in die Fasten ein.

Ich strande recht an Port Und must zuletzt den härtsten Sturm verspüren. Man wincket mir zwar sehr an den geliebten Ort Ja Lieb und Tugend will mich in den Hafen führen;

Doch da mein Schiff nicht fährt mit Tagus gelben Sand So komm ich Armer! auch nicht ins gelobte Land. So schreckt Egypten mich Durch trübe Nacht und Unglücks-Finsternüssen:

Du Sonne meiner Lust warum verbirgst du dich? Soll ich an deiner Statt die duncklen Schatten küssen? Jedoch die Unschuld macht dich aller Schulden frey Nur das Verhängniß weist mich in die Wüsteney.

Drüm sey getrost mein Geist Wenn harter Sturm und Unglücks-Wetter krachen Vor dem ein schwaches Rohr sich zu der Erden reist Nur Großmuht kan allein bey starcken Donner-Lachen.

Der Himmel sieht mich zwar mit rauhen Blicken an Wer weiß ob nicht sein Strahl mich noch erfreuen kan. Weh't gleich ein Jammer Wind So soll Gedult doch in die Seegel blasen:

Das wandelbare Glück verändert sich geschwind Und Zephier küsset mich noch wohl nach Æols Rasen. Es anckert mein Gemüht auf beßres Wolergehn Mein Schiff soll üm das Haupt der frohen Hoffnung stehn.

Geh Ungedult zur Ruh Und Hoffnung komm durch den erwünschten Morgen Sprich den vergnügten Trost doch meiner Seelen zu: Der Himmel wird vor dich und dein Gelücke sorgen:

Die Welt wird nach der Nacht durch Morgenröht erfreut Und auf den Winter folgt die schönste Frühlings-Zeit.

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