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1680–1721

L eib - Aria Mademoiselle. H.

Christian Friedrich Hunold

Meine Losung heist Vergnügen Und die allzeit frohe Brust Kan kein Ungelück besigen Denn mir bleibet unbewust

Wie sich andre in der Seelen Uber ihr Verhängniß quälen. Was der Himmel hat beschlossen Nehm' ich allzeit willig an.

Denn sich kräncken sind nur Possen Weil man es nicht ändern kan. Und es muß nach Sturm und Krachen Doch die Sonne wieder lachen.

Sucht mich Amor zu berücken Denck ich doch in meinen Sinn Eben so muß mirs gelück Der Verlust ist mein Gewinn.

Ich bin noch darzu vergnüget Daß es sich so mit mir füget. Mein Gemüthe liebt die Schätze So der Tugend Reichthum schenckt.

Und wer in der Falschheit Netze Und an Laster-Stricken henckt Den soll meine Seele neiden Und als Gifft und Schlangen meiden.

Falsche Mäuler mögen reden Wenn mich gleich Verläumdung trifft. Denn es saugen auch die Kröten Aus den schönsten Blumen-Gifft.

Ich will allen Neid verhönen Und mich mit der Tugend krönen. Viele gehn auf harten Wegen Die in schlechten Gücke stehn.

Ich will auf den Freuden-Stegen Und auf lauter Liljen gehn. Müssen manchmahl Dornen stechen Wird die Zeit auch Rosen brechen.

Geh Melancholey Von hinnen Und ihr Sorgen packet euch: Denn ich bau in meinen Sinnen. Mir ein irrdisch Himmelreich.

Nichts kan mein Gemüht besiegen Weil die Losung heist vergnügen.

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