Stürmen denn die Unglücks-Wetter
Häuffig auff mich Armen zu?
Himmel werde mein Erretter
Schütze meiner Seelen Ruh!
Doch nein der Himmel hat mir Hertz und Ohr verschlossen
Wo bin ich endlich hin zu meiner Qvaal verstossen?
Meine Sonn' ist untergangen
In die düstre Schmertzens-See.
Schatten die den Geist umfangen
Sind nur Jammer Ach und Weh.
Ihr Augen weinet Blut weil keine Thränen reichen
Den Demant-festen Sinn des Schicksals zu erweichen.
Lisimene werthste Seele!
Wo sind deine Strahlen hin?
Ich lieg' in der Marter-Höle
Weil ich nun entfernet bin.
Ach daß mein Auge doch die Sonne nie erblicket
Die mir nun Finsterniß und andern Klarheit schicket.
Wenn ich doch nur nicht gebunden
Schönste solte von dir gehn
Aber so muß meinen Wunden
Linderung und Hülff' entstehn.
Ach Amors Güte hat mich nur so hoch gestellet
Daß mich sein harter Grimm nun desto tieffer fället.
Lust und Freude muß ersterben
Mein Vergnügen küst das Grab.
Kont' ich vormahls Rosen erben
Nun so brech ich Dornen ab.
Doch darff dein schöner Arm mich nun nicht mehr vergnügen
So laß mich nur zum Trost in deinen Hertzen liegen.