Apollo hatte kaum ihr klagen angehört Als sein entbrandter Grimm in diese Worte brach: Wie daß die dumme Welt die Majestät versehret Und läuffet straffbarlich der eignen Schande nach?
Hierauff so muste gleich Mercur die Flügel schwingen Er eilte wie ein Pfeil auff unser Saal-Athen Des Fürsten wille war den Musen vorzubringen Das kein Poete mehr gecrönet solte gehn.
Es wär nun überall was gantz gemeines worden Daß itzt der Lorber-Crantz die Esels-Crone sey Man schriebe sich hiermit in aller Hasen-Orden Es sey nichts schimpflichers als die Poeterey.
Man sehe halb erstaunt bey den erblasten Leichen Wie mancher Stümper sich um seine Zeit gebracht Die Hunde möchten wohl den Versiver beseichen Den seine Thorheit uns bißher bekandt gemacht.
Sie solten ihre Kunst noch dieser Warnung richten Die ein gelehrter Mann vor seinen Abschied that: Man lasse mir doch nichts noch meinen Tode dichten Als was Geschicklichkeit zu vor poliret hat.
Magister-Grillen-Kopff der sein Barethgen nehme Der machte vielen auch den Narren-Kasten auff. Ja so ein Ignorant den Doctor-Hut bekäme So schimpffte man noch mehrdurch schlimme Verse drauff.
Diß ließ die Majestät des Fürstens uns befehlen Und sprach zur Poesie in heisser Lieb' entflammt: Dir sol kein Räuber mehr den grünen Lorbeer stehlen Dieweil der edle Zweig von hohen Göttern stammt.
Die Musen so uns stets als ihren Schutz-Gott lieben Die wissen allb Daß du ein hoher Trieb des Geistes bist geblieben Daß Klugheit und Verstand dich nur anbethen muß.
Es sol kein Palatin mehr zehen Thaler nehmen Denn dieses Kopff-Geld ist ein Bärenhenter-Lohn. Die Musen werden sich dergleichen Thorheit schämen Denn ihre Klugheit ehrt der Weißheit edlen Thron.
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