Meine Losung heist Vergnügen
Welche sich mein Hertz erwehlt.
Selbst der Himmel wird es fügen
Daß mich solche Lust beseelt
Die kein Wechsel eitler Sachen
Kan zu Mammelucken machen.
Ob mein Glücke selten lachet
Lachet doch mein froher Geist
Der aus Dornen Rosen machet
Und mich mit Vergnügen speist.
Wer die Großmuth sich ersehen
Kan auf lauter Liljen gehen.
Nichts kan meinen Ruhm versehren
Ob ein falsches Auge sticht:
Denn wenn sich die Neider mehren
Grössert sich der Tugend-Licht.
Tugend und ein frey Gewissen
Sollen hier die Unschuld küssen.
Diese Lust soll mich bekrönen
So die edle Freyheit schenckt:
Ich will Amors Macht verhöhnen
Die mit süssen Giffte tränckt
An der Freyheit schönen Schätzen
Soll sich meine Brust ergetzen.
Soll die Liebe mich Vergnügen
Wo sie ein Vergnügen ist
So mag es der Himmel fügen
Was mich vor ein Liebster Küst:
Denn es brennen itzt die Kertzen
Edler Freyheit noch im Hertzen.
Doch der Freundschafft schönste Blicke
Lachen mich in dessen an
Ach hier blühet mein Gelücke
Daß mich höchst erfreuen kan.
Untreu Falschheit und Betrügen
Müssen hier zum Füssen liegen.
Hier verbinden sich die Hertzen
Durch die angenehmste Treu
Es macht das beliebte Schertzen
Daß die Lust vollkommen sey.
Ja der Freundschafft Lieblichkeiten
Gönnen mir recht güldnen Zeiten.
Andre mögen in den Netze
Unvergnügter Seelen stehn.
Selbst der Himmel liebt die Schätze
Die ich mir zum Zweck ersehn.
Dieser Entzweck muß es fügen
Daß die Losung heist Vergnügen.