Skip to content
1697

Cantate von dem Winter

Christian Friedrich Hunold

Der Winter sey so unbeqvem Man schimpfe seine kalten Tage: So ist er mir doch angenehm. Hat jede Jahres Zeit

Nicht ihre Plage? Der Frühling ist voll Unbeständigkeit Der Sommer ist zu heiß Der Herbst hat ungesunde Winde.

Wenn ich die Sonne nicht im Winter finde So suchet Phœbus meinen Fleiß. Er setzet sich zu mir beym warmen Ofen Er weiset mir wo Schätze seyn.

Er schläget nach er hilfft mir ein. Er führet mir die Hand Und öfnet mir im dunckeln den Verstand. Gefällig ist er auch dabey

Er fliehet nicht wie Bienen vor dem Rauche Er stellt mir frey Daß ich ein Pfeifgen Toback schmauche. Du beliebte Winters Zeit

Da es frieret da es schneyt Da wir in die Stuben müssen. Die im Winter fleißig seyn Wird Fortuna insgemein

Im vergnügten Sommer küssen. Nun Phœbus bleibe denn bey mir Der Winter sey gepriesen: Der Sommer hat mich oft von dir

Zum Bacho auf das Land gewiesen. Glückseelig der den Grund gelegt Der Früchte der Vergnügung trägt. Der Weißheit lässet auf sich schneyen

Der seine Zeit so zugebracht Daß nach der rauhen Winters Nacht Er sich des Sommers kan erfreuen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Cantate von dem Winter · Christian Friedrich Hunold · Poetry Cove