Was war was ist und was noch werden kan Bedenckt ein weiser Mann. Glückseelig sind der klugen Augen Die wie des Adlers scharfes Licht
Durch alle Sonnen-Strahlen bricht Mit solcher Schärf und Nutzbarkeit In alle Zeit Zu sehen taugen.
Glückseelig sind der klugen Augen. Die meisten Menschen sind Gleich einem Maulwurf blind Daß was vor ihnen ist
Sie nicht ehr sehn biß sie es fühlen Und biß sie schon in ihrem Unglück wühlen. Wer auf dem Meere dieser Welt Der Klugheit Schifs-Compaß vergißt
Wer seine Fahrt auf blindes Glück gestellt Wer nicht der Alten Wege finden Die Tiefen die vor ihm nicht kan ergründen Und selbst nicht weiß wohin die Tollheit schifft
Der ist es der sich selbst ersäufet Freywillig auf die Klippen läufet Und den ein Sturm bey guten Wetter trifft. Klugheit muß das Schiff regieren
Klugheit muß in Hafen führen Klugheit lebt hernach vergnügt. Tausend hat ein Sturm bezwungen; Nur der Klugheit ist gelungen
Daß sie auch Gewalt besiegt. Die Klugheit ist das Auge jeder Tugend Wer ohne sie den Weg zu finden meint Geht allzeit irr so richtig er auch scheint.
Fromm keusch gerecht und was sonst ungemein Kan ohne Klugheit schädlich seyn. Ein Kluger sieht sein Alter in der Jugend Das was er künftig werden kan
Wie das was er zuvor gethan Mit Weißheit vollen Augen an. Und lernet draus die edle Zeit Die vor ihm ist wohl anzuwenden.
Die Klugheit würckt mit Augen Ohr und Händen: Sie hört und merckt was vormahls ist geschehn Denn sieht sie und ergreift auch die Gelegenheit. Wer so mit sich weiß umzugehn
Den hat Gott recht zu seinem Bild erkohren. Der heißt wenn ihm kein Purpur angebohren Wenn vor dem Scepter gleich kein eintzger niederfällt Ein König in der kleinen Welt.
Komm doch Klugheit meine Schöne Küsse mich. Du solst meine Liebste bleiben Denn du kanst die Zeit vertreiben
Seeliglich.
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