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1680–1721

B ey einer G arten- L ust

Christian Friedrich Hunold

Nehmet ihr getreuen Winde Meine stillen Seufftzer hinn Bringet sie dem Engels Kinde Dem ich recht gewogen bin.

Saget diese Bothen wissen Was ich ihm verschweigen müssen. Schreibet doch ihr Lorberbletter Was ich ihm nicht schreiben kan.

Das kein Liebes-Sturm noch Wetter Meiner Treue was gethan: Wenn er nun vorbey will gehen Last ihn sein vergnügen sehen.

Darff ich ihn nicht selber Küssen Will ichs euch ihr Blumen thun. Wenn er euch nun will begrüssen Und auf euren Bette ruhn!

Ach so küsset mein Verlangen Tausend mahl auf seine Wangen. Nun ihr Winde Blätter Rosen Sprecht zu meiner Sehnsucht ja.

Säumet nicht ihn lieb zu kosen Denn er ist schon selber da. Doch diß sey ihm vorgeschrieben Itzo schweigen und doch lieben.

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