Nehmet ihr getreuen Winde
Meine stillen Seufftzer hinn
Bringet sie dem Engels Kinde
Dem ich recht gewogen bin.
Saget diese Bothen wissen
Was ich ihm verschweigen müssen.
Schreibet doch ihr Lorberbletter
Was ich ihm nicht schreiben kan.
Das kein Liebes-Sturm noch Wetter
Meiner Treue was gethan:
Wenn er nun vorbey will gehen
Last ihn sein vergnügen sehen.
Darff ich ihn nicht selber Küssen
Will ichs euch ihr Blumen thun.
Wenn er euch nun will begrüssen
Und auf euren Bette ruhn!
Ach so küsset mein Verlangen
Tausend mahl auf seine Wangen.
Nun ihr Winde Blätter Rosen
Sprecht zu meiner Sehnsucht ja.
Säumet nicht ihn lieb zu kosen
Denn er ist schon selber da.
Doch diß sey ihm vorgeschrieben
Itzo schweigen und doch lieben.