Kommt ihr wunderschönen Blicke
Kommt und fässelt meinen Geist
Durch gelinde Seelen Stricke
Die gar keine Macht zerreist
Weil der Strahl so mich betroffen
Endlich läst Genade hoffen.
Lieg' ich gleich in Band und Eisen
Ist die Freyheit völlig hin
Soll dennoch die That erwiesen
Daß ich höchst vergnüget bin:
Weil einst von den schweren Ketten
Mich ein schönes Kind will retten.
Was vor ungemeine Schmertzen
Waren mir nicht vorbewust!
Als die angebrandten Kertzen
Sich verbargen in der Brust.
Denn es darff bey scharffen Zeugen
Keine Glut ins Auge steigen.
Doch der Neid muß nun erliegen
Und die Schälsucht wird verlacht:
Denn der Schatz soll mich vergnügen
Den ein Argus sonst bewacht.
Noht und Leyden wird versüsset
Obs die Schwester gleich verdrüsset.
Was Verdruß der muß verschwinden
Wer auff was Galantes denckt.
Biß man kan den Hafen finden
Der uns tausend Freuden schenckt
Denn allhier geliebt zu werden
Ist ein Paradieß auff Erden.
Müssen manchmal Dornen stechen
Ey so lässt der Himmel mich
Noch dereinsten Rosen brechen
Und das Spiel verändert sich
Biß man kan nach trüben Zeiten
Das gelobte Land beschreiten.
Nun so lachen mich die Blicke
Süsser Hoffnung ferner an
Biß ich eins mein gantzes Glücke
In der Liebe finden kan:
Denn das Glücke muß es fügen
Daß die Losung heist Vergnügen.