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1680–1721

A n L isemenen.

Christian Friedrich Hunold

Schau edle Lisemene Wie ich entfernt noch deiner Augen-Schein Zu meiner Lust entlehne. Mein Hertze wil daran geweidet seyn.

Und kan sich niemand selber hassen So muß ich ihm auch die Vergnügung lassen. Dein Himmel ist voll Sternen Die überall mit Strahlen mich bestreun.

Muß ich mich gleich entfernen So wilst Wer deine Sonn' einmahl gesehen Mit dem wird sie in alle Länder gehen.

So küß ich in Gedancken Und schwängere den holen Bauch der Lufft. Ich renn' in deine Schrancken Und bau' ein Schloß auff Amors süsse Klufft.

Laß mich in dieser Freyheit s Ein Traum kränckt nicht und kan uns doch vergnügen. Ja dencke noch der Zeiten Da Einsamkeit die Garten-Lust gebahr

Als deine Lieblichkeiten Mir so geneigt als ich entzündet war. Die nun so theure Rosen brechen Sind viel zu wehrt daß sie die Dornen stechen.

Und wilst du mich verpflichten So schreibe nur daß du mir günstig bist: Ein Wort kan viel verrichten Daß uns zum Trost der schönste Mund geküst.

Darff ich dein Paradieß nicht schauen Kan ichs dadurch doch in Gedancken bauen. Ich bau' es in den Schatten Der dich mir stets als einen Engel weist.

Mit Engeln sich zu gatten Ist zwar die Lust die mehr als menschlich heist. Allein mein Himmel ist auff Erden Wenn du bey mir wirst wieder menschlich werden.

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