Schau edle Lisemene
Wie ich entfernt noch deiner Augen-Schein
Zu meiner Lust entlehne.
Mein Hertze wil daran geweidet seyn.
Und kan sich niemand selber hassen
So muß ich ihm auch die Vergnügung lassen.
Dein Himmel ist voll Sternen
Die überall mit Strahlen mich bestreun.
Muß ich mich gleich entfernen
So wilst
Wer deine Sonn' einmahl gesehen
Mit dem wird sie in alle Länder gehen.
So küß ich in Gedancken
Und schwängere den holen Bauch der Lufft.
Ich renn' in deine Schrancken
Und bau' ein Schloß auff Amors süsse Klufft.
Laß mich in dieser Freyheit s
Ein Traum kränckt nicht und kan uns doch vergnügen.
Ja dencke noch der Zeiten
Da Einsamkeit die Garten-Lust gebahr
Als deine Lieblichkeiten
Mir so geneigt als ich entzündet war.
Die nun so theure Rosen brechen
Sind viel zu wehrt daß sie die Dornen stechen.
Und wilst du mich verpflichten
So schreibe nur daß du mir günstig bist:
Ein Wort kan viel verrichten
Daß uns zum Trost der schönste Mund geküst.
Darff ich dein Paradieß nicht schauen
Kan ichs dadurch doch in Gedancken bauen.
Ich bau' es in den Schatten
Der dich mir stets als einen Engel weist.
Mit Engeln sich zu gatten
Ist zwar die Lust die mehr als menschlich heist.
Allein mein Himmel ist auff Erden
Wenn du bey mir wirst wieder menschlich werden.