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1680–1721

A n einen guten F reund.

Christian Friedrich Hunold

Herr Bruder wehrter Hertzens-Freund! Dein Brief ist eingeloffen Und hat wie aus den Inhalt scheint Auch meinen Wunsch getroffen.

Drüm weiß ich vor zu grosser Lust Nicht recht wie ich soll schrei Und wie die höchst-vergnügte Brust Mag ihre Kurtzweil treiben.

Biß endlich mich der Reimen Geist Hans Sachsens Verse schreiben heist Mein Buch ist vor den Ruhm zu klein Den du ihn hast gegeben

Und weist daß treu und höflich seyn Wohl kan beysammen leben. Doch kömmt der andre Theil heraus So soll er besser klingen

Und manchen ehrbarn Liebes-Schmauß In leeren Schüsseln bringen. Und wenn es mancher nicht gefält So denck' ich schifter in die Welt.

Der Teuffel reit die Mädgen gar Wenn sie die Liebe plaget. Denn die versetzet Haut und Haar Daß mans ihr nicht versaget:

Die güldne Ketten wird ein Pfand Von - - ach! potz Velten! Sie kaufft dem Courtisane Band Daß muß zwey Gülden gelten

Wird nun der Hintre nackend stehn So muß die F - - betteln gehn. Ich nähme mir wohl mehr die Müh Die - - - zu lieben

Die abgeschabte Courtoisie Kan mich gar schlecht betrüben Sie hänget frembde Säcke an Mit Frangen wohl versehen

Weil meiner nicht mehr will und kan Zu ihren Diensten stehen Vielleicht macht mich was bessers froh Wer schiert sich drüm ich bin nun so.

Herr Bruder nun erzehl ich dir Die Tugenden fein nette Sie gackt die Nacht offt ins Papier Und wirfft es unters Bette

Warum? Hör du galante Welt! Sie hat den Stein der Weisen Die Courtisane kosten Geld Drum sucht sie Gold zu Sch. - -

Das gut ist glaub es sicherlich Es hält auf ihren Maule strich. Herr - - dauret mich recht sehr Daß er nichts bessers kriget

Alleine - - kan doch mehr Was Sparsamkeit vergnüget Sie giebt so eine Köchin ab Daß man nicht drüber klaget

Sie binckelt in den Suppennap Die Magd hat mirs gesaget: Ihr Mädgen nehmt es wohl in acht Weil Saltz die besten Speisen macht.

Der Alte - - hat der Braut Sein Hauß und Hof vermachet? Ach du gebackne Narren-Haut Darin ein Hahnrey lachet!

Wer Teuffel will die Töchter nun Mit nackten Ste - - nehmen? Thu ichs sa mags ein Schelm wohl thun Man muß sich gleichwol schämen.

Die Hörner stehn wohl manchmahl gut Doch nur auf einen güldnen Hut. Drum will ich dieser Läffeley Das Alleluja singen.

Herr Bruder! deine wehrte Treu Soll mein Vergnügen bringen Der Freunde giebt es zwar sehr viel Doch sind sie schrecklich theuer

Denn Noth ist nur der Freundschafft Ziel. Und Gold besteht im Feuer: So macht auch deine Freundschafft mit Und bleibt der Tugend edler Schmidt!

Herr Haubtman - - ist allhier Per posta angekommen Bey guten Sect und Buttel-Bier Hab ich gar viel vernommen

Herr Cammer-Juncker - - soll Herr - - Weibgen Küssen Daß ist der Hauß-Zinß merck es wohl Die Keuschheit ist zerrissen.

Indessen triefft bey dir doch ein Verschwiegen und getreu zu seyn.

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