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1617

[Einfältige Warheit]Fußnoten

Anna Ovena Hoyers

Dieweil von vielen Jahren her Groß streit und spaltung in der Lehr Unter den Weltgelehrten Gewesen und noch itzo ist;

So alles auß des Satans list Herkompt von den verkehrten: Dadurch viel Leut sind Irr gemacht Hab' ich mit schmertzen offt betracht

Den unendlichen schaden Der auß solcher unruh' entsteht Daruber Gottes Zorn außgeht Welchen sie auff sich laden.

Darumb werd nun getrieben ich Kan länger nicht enthalten mich Allen gutwillig'n Leuten Die in der Einfalt leben schlecht

Zuzeigen an die Warheit recht Die in den letsten zeiten Nach der Propheten zeugnuß klar Der Welt soll werden offenbar

Wann der Herr wird außgiessen Ub'r alles fleisch von seinem Geist (Wie unß der Prophet Joël weist) Dann wird die weißheit fließen

Die weinig leuten ist bekant Drum wird sie in der Schrifft genant: Ein' weißheit die verborgen Von der Welt her für männiglich

Lesst vor der zeit nicht finden sich Vor abend kompt nicht morgen. Denn gleich wie erstlich nach dem fall Wie solches kund ist über all

Die lügen vor der warheit Das unrecht vor dem recht her geht Der Belial vor Christo steht Die finsternuß vor klarheit.

Buchstab vor dem Geist wie ihr wisst Alß Johannes vor Jesu ist; Die Figur vor dem Wesen; Das fleischlich vorm geistlichen auch;

Vor dem Jacob der Esau rauch Wie in der Schrift wir lesen. Also hat auch gleicher gestalt Der AntiChrist itzt die gewalt

Zeucht hoch hervor die seinen; Hindert mit macht der weißheit lauff Lesst die warheit nicht kommen auff Sein thun soll allein scheinen:

Weißheit muß bey ihm thorheit seyn Saur süß süß saur unrein das rein Die warheit nennt er lügen; Die finsternuß sey liecht er spricht

Kennet den Weg des Lebens nicht Kan nichts denn nur betriegen; Wie auch sein' diener allesampt Durch welch' die warheit wird verdammt

Sie sind Mörder und Diebe; Gehn nicht zur rechten thür einher Folgen dem Herrn nicht in der Lehr Wandlen nicht in der Liebe.

Sie lauffen und sind nicht gesant Haben noch Christum nie erkant Sein stimm auch nicht gehöret; Wie wol sie von ihm plaudern viel

Kommen sie doch nicht recht zum ziel Ihr witz hat sie bethöret. Die glärten sind (wie Luther sagt) Die verkehrten Gott seys geklagt

Nennen sich Evangelisch Vnd führen einen feinen schein Die grösten aber in gemein Sind gut Aristotelisch.

Das Heilig Evangelium Ist ihnen viel zu schlecht und thum; Im gleichen die Propheten Vnd Moses reden gar zu schlecht

Nicht Academisch wie man pflegt Auff Universiteten. Da spricht man ist geschicklichkeit Von dannen kommen kluge Leut

Die der Welt können dienen Durch die man grosse ding verrichtt Sie sind die Bäume die man sicht In allen Garten grünen.

Sie meinen schweren drauff ein Eydt Bey ihnen sey allein Weißheit Vnd nirgend sonst zu finden Kein größer klugheit wird begehrt

So gar ist ihr verstandt verkehrt Gott erbarm sich der blinden. Wie lest sich das unwissend volck Von ihnen durch ein dunkel wolck

So führen ab zur seiten. O Ihr Elenden steht doch still Kehrt wieder hört wer hören will Lasst euch nicht mehr verleiten.

Ein blinder Mann dem blinden kan Die rechte bahn nicht zeigen an; Kenn't nicht sein eigen strassen. Warumb woll't ihr dann lenger heut

Im finstern euch alß blinde leut Von blinden leiten lassen? Meint ihr daß das recht weißheit sey Wann man viel sprachen lernet frey

Grichsch und Latein kan schwatzen? Nein lieben leut das fehlet weit In sprachen steckt nicht die weißheit So müst ihr nicht zuplatzen:

Lasst euch dasselb nicht machen weiß Mercket nur auff die Schrifft mit fleiß Darin man klar kan finden; Daß die reine weißheit des Herrn

Bey der Seelen nicht will einkehrn Die noch dienet der sünden. Da man doch wol bey schand und sünd Viel sprachen und Welt-weißheit findt

Hie und an allen orten. Die weißheit Gottes aber lest Sich finden nicht im sünden nest Steckt nicht in klugen worten

Wenns darin zuerlangen wer' Könt man durch der Welt-weisen lehr Mit geldt leicht dazu kommen: Nein nein die sach ist nicht so klar

Sie ist nicht allen offenbar Wohnt allein bey den frommen. Mir sind bekant beid fraw und Mann Die ich (wenns seyn soll) nennen kan

Bey welchen vielmehr klarheit In der erkenntnuß Jesu Christ (Gott sey gelobt) zufinden ist Ja größer geist und warheit

Alß bey dem der sie lehren soll: Vnd ob sie wissen besser wol Müssen sie dennoch schweigen Vnd hören zu in der Gemein

Da der Pfaff hat das wort allein Als wen es wer sein eigen. Wil nicht das jemand einred führ Viel weiniger ihn Reformier

Es darff ihn keiner fragen; Er allein redet was er will All' andern müssen schweigen still Niemand darff ihm einsagen

Spricht er schon daß das krumm sey schlecht Das schwartze weiß es muß seyn recht Er bildets ein den Bauren Die nur auff ihren Priester sehn

Vom recht und krumm nicht viel verstehn Ist diß nicht zubetrauren? Hat es ein solch gelegenheit Gehabt zu der Apostel zeit?

Hat Paulus so gelehret? Nein das hab' ich gelesen nicht Viel anders hat er uns berichtt Niemands einred' gewehret.

Christus selbst hielte den gebrauch Daß er in seiner Predigt auch Gern hört antwort und fragen. Welcher Pfaff folget ihm hierin?

Sehr weinig haben seinen Sinn Leider in diesen tagen. Sanct Paulus will auch daß man soll Was uns gelehrt wird prüfen wol

Die geister unterscheiden. Ist einer der diß thut itzundt? So bald es wird dem Pfaffen kunt Will Er ihn nicht mehr leiden.

Macht seinen nahmen sehr verhasst Daß die Gemein ein argwohn fasst Fang't an auff ihn zuschelten Er wird von jedermann verachtt

Ja der's mit ihm helt wird verlacht Muß seiner auch entgelten. Sol man die leut so machen fromb? Heist das sagt mirs ich bitt darumb

Die Schäflein Christi weiden? Merket doch kan's ja sehn ein kindt Daß sie recht seelen-würger sind Vnd darumb auch zumeiden.

Es möcht nun einer fragen hir Vnd alß zur antwort bringen für: Sind sie nicht knecht des Herren Die das Alt und New Testament

Fein fertig von anfang zum end Wissen und darauß lehren? Ja ich laß sein (doch mercket recht) Man findet gut' und böse knecht

In einem hauß beysamen Viel leben weil ihr Herr ist auß Im sauß und halten übel hauß Heissen doch knecht mit namen;

Wissen auch sein zusagen her Wie Gott schuff Himmel Erd und Meer Mit allem was darinnen; Vnd wie die Schlang Ewam betrug

Als sie vermeint zu werden klug Sie uns anzeigen können. Von der frucht aber die sie aß Sag't einer diß der ander das

Sind noch darin nicht einig Ob es birn oder äpffel seyn Süß oder saur groß oder klein Meinen daran lieg weinig.

Ferner daß sie nach solcher speiß Getrieben auß dem Paradeyß Daß Cain Habel erschlagen; Wie er gezeichnet ward hernach.

Wer Henoch war was Lamech sprach Sie fein verstendlich sagen. Mit der Welt schand und eitelkeit Vnd der Sündflut zu Noë zeit

Ja mit dem Regenbogen Auch mit dem Japhet Cham und Sem Mit dem alten Mathusalem Kommen sie auffgezogen:

Ja sie verschweigen uns auch nicht Was Loth und Abraham verrichtt Vom Isaac darneben Vnd seinem Bruder Ismaël

Auch was der war fur ein gesell. Item, was sich begeben Mit Jacob und Esau die beid Im Mutter leib geführet streit

Daß Esau rauch geboren Der Jacob aber glatt und schon Vnd seiner Mutter liebster Sohn Von Gott auch außerkoren

Imgleichen seine kinder all Vnd wie viel ihrer an der zahl Wissen sie herzunennen Rubens und Judæ missethat

Auch was Dina begangen hat Geben sie zuerkennen. Wie Joseph auch ward hingesant Verkaufft in der Egypter Landt

Was ihm da wiederfahren; Wie er des Königs traum gedeutt Vnd seines Vaters hauß erfreut Hab in den teuren Jahren;

Das alles sie zu einer lehr Historscher weiß zu schwatzen her Vnd wissen auß zu streichen. Noch eins ich schir vergessen hätt

Vom Amram und von Jochebeth Vnd ihrem Sohn imgleichen Daß er ein feines knäblein war Sein Mutter die heimlich gebahr

Ließ ihn zum wasser führen Darauß er doch errettet ward Durch Pharaonis tochter zart Indem sie ging spatzieren:

Sein leben und die wunderwerck Die er verrichtt durch Gottes stärck Wie Israël sich mehret Wie offt das Volck gesündigt hab

Wie die straff sey gebeten ab Durch Mosen der sie lehret. Daß Josua nach ihm regiert Israël übern Jordan führt

Fünff König auch gefangen Vnd seine feinde über eilt Den seinen Stät und Land außtheilt Vnd wie es Rahab gangen.

Auch von dem Helden Gideon Wissen sie zuerzehlen schon; Vnd von der sterck Simsonis Dadurch er die Philister schlug;

Von Delila die ihn betrug: Vom Tempel Salomonis Von Hanna die kein' kinder hatt Umb einen Sohn den Herren bath

Den sie hernach im Tempel Zum Priester in die Zuchtschul bracht Vnd damit allen ältern macht' Ein trefflich gut Exempel.

Von Davids ehebruch mort hoffart Von Absoloms natur und arth Vnd wie er sey umbkommen Von allen König'n Israël

Vnd Judæ auch daß Jesabel Ein boses end' genommen. Solcher Historien viel mehr Die zulang hie zusetzen her

Sie uns fein kündig machen Was dem und diesem hat geschadt Was der und die verrichtet hat Vnd was sonst mehr fur sachen

Geschehn im Alten Testament. Damit das stündlein lauff zum end Kommen sie auch zum Newen Von Iesu Christo unserm Herrn:

Sagen dem volck man soll ihn ehrn Sich seiner hertzlich frewen: Weil Er zum Heyland außerkorn Darumb empfangen und geborn

Uns bey Gott zuvertreten Das Er gelitten hat den todt Vnd uns errett auß aller noth; Auch Gott fur uns gebeten.

Dadurch ist was Adam verrichtt Nun gantz vergeben und geschlichtt Unser sünd sind vergraben In seinem grab. Nun werden wir

(Sprechen sie) Ewig fried hinfür Darumb mit Gott auch haben. Durch sein Erstehn am dritten tag Hat Er sein leyden pein und plag

Auch den todt überwunden. Ob wir gleich täglich sundig'n noch Wirds kein noth mit uns haben doch Der Teuffel ist gebunden

Christus regiert nun überall Ist auffgefahrn ins Himmels sahl Weiß daß wir arme sünder Sind die durch ihn so teur erkaufft

Auff seinem Namen auch getaufft Liebt uns alß seine Kinder. Diß soll'n wir alle glauben fest Vielmal im Jahr alß liebe Gäst

Zu seinem tisch uns machen Uns zuerrinnern der wolthat So haben wir Sein ewig gnad Vnd stehn wol alle sachen.

In dem vertrawen soll man stehn Vnd fleißig mit zur Kirchen gehn Hören von Christi wercken Der alles fur uns außgerichtt

Mehr haben wir sonst nötig nicht Damit soll man sich stärcken. Doch etlich' unterm hauffen sein Die gute Lehr mit führen ein

Auch zimllich ehrbar leben. Nach ihrs verstands liecht und gesicht Vermahnen warnen thun bericht Straffen die sünd darneben

Nach frommer Prediger gebühr. Tragen der Schrifft geheimnüß für Nach der maß ihrer gaben. Nil ultra vires, wie man spricht

Die leut können weit reichen nicht Die kurtze armen haben. Diese sind nicht gemeint hirin Ob sie wol suchen auch gewinn

Soll mans doch ihnen günnen; Wenn sie im guten willen stehn Auch fort in ihrer Einfalt gehn Vnd gern thun was sie können.

Mit solchen wirds noch gut endlich Wann's liecht lest heller sehen sich Weil sie nicht sind boßwillig. Der die weißheit nur sucht mit fleiß

Vnd sich nicht selbst lest duncken weiß Wird im erkenntnuß völlig. Allein von dehnen sagt mein Buch Die voll hoffart geitz und betrug

Nach eignem willen leben In fleisches lust und füllerey; Trachten nach hoheit und darbey Der warheit wiederstreben;

Derselben (leider) viel ich kenn Ihrn Namen aber hie nicht nenn Die zu ihr's lob's erhaltung Der warheit schein den Rücken kehrn

Ihrn fortgang wehrn dawieder lehrn Vnd richten an viel spaltung. Von diesen wie zuvor gedacht Wird Christi Creutzes krafft veracht

Vnd sein Nahm sehr geschendet. Sie rühmen ihn wol mit dem mund Vnd machen seine thaten kunt Sprechen Er habs vollendet:

In dem wort Consummatum est Hinder sich eitel freud er lest Hat uns auch fried versprochen: Drum singt in dulci lubilo,

Et gaudete in Domino, Die Helle ist zerbrochen: Des Satans gewalt gantz zerstört: Wer ist nun der nicht gerne hört

Die Schrifft also außlegen? Wenn man betrachtet diß täglich So kan man Christi frewen sich Wie sie zureden pflegen.

Daß aber wir recht zum gebrauch Seins lebens mögen kommen auch New Creaturen werden; Vnd nach seiner vollkommenheit

Streben sollen in dieser zeit Tödten Adam auff Erden Vnd forschen fleißig nach dem Geist Auff welchen der Schrifft Buchstab weist

Davon will keiner wissen Sie haltens fur unnötig ding Daß man die zeit damit zubring Vnd darin sey geflissen;

Die wesentliche gegenwart Christi in uns ist viel zuhart Mögens nicht hören nennen: Das kompt daher sie sind ohn liecht

Wissen seins fleisches ursprung nicht Wollen ihn auch nicht kennen. Der friedlich im land wohnen will Muß mit der warheit halten still;

Sie mach't die leut nicht frischer: Im Himmel ist des Herren sitz Wozu ist sein einwohnung nütz? Sprechen die Finsterfischer.

Mit solcher red' sie viel verkehrn Verfolgen die die warheit lehrn Vnd warnen dafur trewlich Sagen: wie kan mit fleisch und bein

Christus leibhafftig in uns seyn? O wie grewlich abschewlich Ist ihnen die heilsame Lehr Dem alten Adam viel zuschwer

Sein todt ist drin verborgen! Man muß nicht sagen viel vom Kreutz Vnd von der nachfolg keiner leidts Es bringt nur eitel sorgen.

Vom innern wort schweigt man gar still: Den der davon laut reden will Nennen sie einen Kätzer. In summa was dem fleisch weh' thut

Das wollen sie nicht heissen gut Ja sprechen diese schwätzer: Christi todt wird dadurch verachtt Vnd sein verdienst zu nicht gemacht

Die Lehr ist sehr Phantastisch; In unser Kirchen nicht bekant Kompt her von Brügg auß Niederland Lautt gar Enthusiastisch.

Sie werden bey uns allesampt In unser Kirchen auch verdampt Die solche Lehr einführen: Wir bleiben schlecht bey unserm Recht

Damit ist alles wiederlegt Mehr sie davon nicht rühren. Weil die Propheten dunckel seyn Führen sie die gar selten ein.

Geschicht' vor vielen Jahren (Sprechen sie zum gemeinen Mann) Gehn nur allein den Juden an Sind alt' verlegen wahren.

Die Offenbarung so zuletzt Am end' der Bibel ist gesetzt Lassen sie auch hinstreichen; Können darin nicht richten sich

Ist ihnen viel zu wunderlich Den verstandt zu erreichen. Sie sprechen: Solche sachen mag Man wissen erst am Jüngsten tag

Biß dahin soll man's spahren; Gehören nicht in diese zeit Sie deuten auff die Ewigkeit Da werden wirs erfahren.

Man weiß doch ohn die ding so viel Alß nötig ist zu unserm ziel Soll den kopff nicht mehr brechen Furwitzig leut die doch ohn das

Gern wollen zuthun haben was Mögen sich damit schwächen. Bey solchen worten bleibt es dann Damit ist friedlich jedermann

Lest ihm die brill auffsetzen. Meynt die nur fleißig wochentlich Zur Kirchen lassen finden sich Sind Seelig leut zuschätzen.

Die Priester man fur Heilign helt Sie schwatzen immer hin furs gelt Auch von Johann dem Täuffer Des alten Zachariæ Sohn

Begehn sein Fest zierlich und schon Weil er ist der Vorläuffer. Zeigen uns sein darneben an Was Peter Fischer fur ein mann

Auch Paulus sey gewesen; Vnd daß Petrus mit einem Eydt Christum verleugnet auß schwacheit Sie auß der Schrifft herlesen.

Daß Paulus da er Saulus war Verfolget hab der Christen schar Vnd sie tractiert unbillig Im Eyfer doch auß unverstand:

Diß aber sagen sie niemand Daß sie es thun muthwillig Wissentlich wieder Christi Lehr Zu erhalten ihr eigen Ehr;

Gott laß sie es erkennen Geb ihnen drüber rew und leit Auff daß sie nicht in dieser zeit Mehr fromme hertzen trennen

Vnd sich dadurch in Ewig Noth Selbst stürtzen wie Ischarioth: Der wie sie auch erkleren Auß Neit und geitz umb schlechte ding

Alß nemlich dreysig Silberling Schändlich verriet den Herren. Daß ferner auch die Jünger all Verließen Ihn in solchem fall

Vnd worden wanckelmütig. Daß Magdalen erstlich gesehn Den Herrn bey ihr im Garten stehn Der zu ihr sprach sehr gütig.

Auch führen sie ein gleicher maß Daß da Lucas und Cleophas Nach Emahuß hingingen Der Herr sich ihnen offenbart

Freundtlich mit seiner gegenwart Dadurch sie trost empfingen. Von Johanna und Salome Maria dem Weib Cleophæ

Vnd andern frawen Ehrlich Von ihrer Salb köstlich und gut Von Thomæ zwillings zweiffelmuth Sagen sie uns auch jährlich.

Ja was fur Leut gewesen seyn Iacobus groß und Jacob klein Matthæus und Zachæus. Philippus und sein Mitgesell

Der schlecht und recht Nathanaël Vnd der blind Barthimæus. Mehr die nicht werden hie genannt Doch auß der Schrifft uns sind bekant

Dergleichen kindsche dingen; Alles nach dem Buchstaben hin Weil sie nicht sehn des Geistes sinn Sie auff der Cantzel bringen;

Sonderlich wenn in ihr gemein Kein Junckern gegenwertig seyn: Wo aber die verhanden Da sind die Pfaffen ander Leut

Bringen herfür von nah und weit Geschicht auß frembden Landen Die in den büchern finden wir Vnd ich nicht all kan setzen hir

Von hohen Potentaten Wie sie geführt ihr Regiment Treffliche Krieg wie excellent Ihr anschläg sind gerathen.

Der Alten Römer tapfferkeit Die so berühmt ist weit und breit Sie auch fein appliciren; Wie es gefellt den großen Herrn

Vnd andern die ohn das doch gern Kriegs-wesen approbiren. So schicken sie sich in die zeit Vnd wissen nach gelegenheit

Zierlich an tag zugeben Daß sie gelernet recht die kunst Dadurch man kan erhalten gunst Erlangen gelt darneben.

Zu dem End streckt sich ihr Sermon Das heist alß dann gepredigt schon Die Lehr ist gut gewesen. Ey spricht man dann wie zierlich kan

Dieser Mann alles bringen an Wie wol ist er belesen. Damit gehn sie zur Kirchen auß Folgen dem Pfaffen ins Trinckhauß

Den Leib auch zuversorgen. Weil ihre Seel bekommen satt Genug Vorrath zu zehren hat Vier tag' nach übermorgen.

Dann Predigt wieder Herr Johann Da hat das Weib den rechten Mann Der topff sein'n Deckel funden Sein rechte Schäflein auch der hirt

Sehr liebe Gäst' sind da der Wirt Mit ligt oben und unden. So ist versorget die Gemein Christo der weg bereitet fein

So stercket man die Müden. Hat nur der Pfaff den Beutel voll Von seinen Schafen milch und woll So ist er wol zufrieden:

Bekümmert weinig sich darumb Ob die Zuhörer werden fromb Wenn sie ihm nur vertrawen; Vnd glauben alles was er spricht

Schlecht hin und förschen weiter nicht Das heist die Kirche bawen. So soll man der Gemein vorstehn Lassen den Bock im garten gehn

Die Reben auffzubinden. Die Butter ist verwahret fein Wenn die Katzen ihr hüter seyn. O Gott erleucht die blinden!

War es so zu Sanct Pauli zeit? Lehren so Gottes Diener heut? O ô Ihr blinden Leiter! Mietling fur gelt gedingte knecht

Der Schlangen arth nennt man euch recht Ja des Satans vorreiter. Wenn ihr die Schaf allein mögt schern So last ihr gern die Schwein dem Herrn

Wie will euch diß bekommen? Wenn unser Heyland und Ertzhirt Sich zum gericht einstellen wird Zu lohnen böß und frommen?

Wollt doch in ewr gewissen gehn Zusehn ob ihr da könnt bestehn Wann Christus in den seinen Ansehnlich voller krafft und stärck

Zu prüfen aller Menschen werck Gantz schrecklich wird erscheinen. Viel anders alß ihr der Gemein Fürpredigt und euch bildet ein

Wird Er sein Reich einnehmen. Warlich ihr werdt zur selben zeit Fur seiner Heilign Herrlichkeit Euch hertzlich müssen schemen.

Diß schreibt man euch ja singt und sagt Wird doch verlacht Gott seys geklagt Drumb wird euch Gott verblenden Von tag zu tagn je mehr und mehr

Zu schanden machen ewer Lehr Euch kräfftig Irrthum senden. Ihr Schäflein aber die ihr seyt Weit abgeleitt von rechter weid

Erkennet ewern schaden. Mercket auff ewers hirtten stimm Verlasst den Mietling kehret umb Heut heut in zeit der gnaden.

Suchet Weißheit ergreifft verstandt Gott hat sein Diener außgesant Durch die Er euch will lehren Vnd ewer Irrweg' machen kunt

Sie führen euch zum rechten grundt Haltet sie doch in Ehren. Auß Gottes gunst fleust her ihr kunst Die sie euch theilen mit umbsonst

Als der Herr hat befohlen. Suchen darinn nicht ihrn gewinn Kein Opffer durfft ihr bringen hin Ihr Jahr-gelt sie nicht holen.

Erkennt des Herren lieb und trew Thut ware buß habt hertzlich rew; Dancket Gott allenthalben Der Euch so gern erleuchten will

Mit seinem Liecht drumb haltet still Lasst euch die augen salben. Daß Ihr mögt sehn den Morgenstern Vnd finden in der Schrifft den kern

Der euch noch ist verborgen Kompt doch herzu und seht wie schon Der glantz herfur bricht auß Zion Wartet nicht biß auff morgen.

Ein finster tag kompt bald hernach Ein dunckel wolck mit Weh und Ach Lasst euch in zeit doch sagen: Liebet Weißheit wandelt im Liecht

Weil ihrs noch habt verseumt euch nicht Lang warten bringt wehklagen. Itzt ist das Liecht euch angesteckt Die Weißheit Gottes klar entdeckt

Steht draußen auff der Gassen Weh euch in alle Ewigkeit So ihr nicht heut in dieser zeit Sie wollt zu euch einlassen.

Gewarnet seyt ihr mannigmal Von Gottes kindern überall Vermahnt euch zu bekehren Die Warheit ist euch kunt gemacht

Ihr aber habt sie außgelacht Bißher nicht wollen hören. Es wird euch gehn ihr werdets sehn Alß in der nachbarschafft geschehn

Lasst ihr euch nicht erweichen. Exempel habt fur augen ihr Die Gott zur warnung stellet für Auch lässt Er sehn viel zeichen.

Wie fest euch ewer Pfaffen auch Beystehn nach der Mietling gebrauch Wann sie den Wolff sehn kommen Wie sie verlauffen Röck und Huet

Lassen im stich den guten Muth Das hat man wol vernommen. Seyt nicht mehr blindt taub stumm und thumm Kehret doch umb und werdet fromb

Verlasst Secten und Rotten; Die allein suchen ihrn gewinn Vnd immerhin in ihrem sinn Der Botten Gottes spotten.

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