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Das ander

Anna Ovena Hoyers

Kommt her mit fleiß betrachtet Vnd so gering nicht achtet Des herren groß gewalt Sein wunder mannigfalt

Die er lesset geschehen Schrecklich in alle Landt Das wirs mit augen sehen; Wie groß ist Gottes hand.

Ihr Menschen groß und kleine Alle ohn unterscheid Mann und Frawen gemeine Gebt acht auff diese zeit

Der Herr ist auffgestanden Im grimm zu üben rach Wolt ihr nicht stehn mit schanden So betet unde wacht.

Betrachtet Gottes wunder Schawt sie mit augen an Landt und Volck gehen under; Jung und Alt Fraw und Mann

Bey tausenden hinfallen Durch Gottes zornes fluth Das Vieh auch unter allen Empfindet Gottes ruth.

Solches han wir erfahren Es ist uns wohl bekandt Wie Gott in diesen Jahren Im Eyderstedt und Strandt

In Dithmarschen daneben Vnd andern orthen mehr Die Leuth gebracht umbs leben Durch ein brausendes Meer.

Schrecklich seyn sie umbkommen Da sie es nicht gedacht Die fluht hat sie wegnommen Gantz schnell in einer nacht

Die da haben zuvoren Wollen gelauben nicht Haben müssen im zoren Erfahren Gotts gericht.

Es ist sehr zu beklagen Wenn man gedenckt daran In was schrecken und zagen Gewesen jederman

Da sie haben gesehen Mit angest groß und schwer Ihr lieben Freund vergehen Vnd ersauffen im Meer.

Was wollen wir dann sagen Von dem das jetzt geschehn Da Gott in diesen tagen Sein zorn hat lassen sehn

Ob die leuthe vor allen Allein gesündigt han Daß sie so schnell hinfallen Vnd so plötzlich vergahn.

Ach nein ihr lieben Christen Sie seyn es nicht allein Sünd schand und bose lüsten Sind jetzt so gar gemein

Die Welt ist uberhäuffet Mit grewel groß und viel Ein jeder jetz und läuffet Nach seinem eignen will.

Christus ist außgerottet Nach Danjels Prophecey Die Welt der Frommen spottet Acht es für phantasey

Wann der Geist thut verkünden Daß Gott zur straff bereit Die Welt fahrt fort in sünden Verharrt in sicherheit.

Der Glaube ist gestorben Die Christlich Lieb ist todt Die Menschen sind verdorben Sie sättig'n sich mit koth

Der gantz eitelen dingen Die sie allein begehrn Kein plage kan sie zwingen Zu fürchten Gott den Herrn.

Seit daß die Welt gestanden Ist nie gewest so groß Die sünd in allen landen Der Teuffel ist jetzt loß

Sein bößheit thut er üben Erreget krieg und streitt Die Menschen zu betrüben Weil bald ist auß sein zeit.

Der Herr hat außgegossen Sein Schal voll zorn und grimm Sein pfeilen loß geschossen Man höret seine stimm

Im zorne schrecklich brüllen Wil jetzt sein wort erfüllen Weh dir gottloser Cham. Es geht nach Christi worten

Man hört von kriegs geschrey Häuffig an allen orthen Das gericht kompt herbey Die noth thut sich anheben

Alle Welt ist im streit O weh denen so leben Ohne bußfertigkeit. Weil wir dann solche plagen

Mit ohren hören an So lasset uns beklagen Die sünd so wir gethan Wo wir Vns nicht bekehren

Vnd hören Gottes stimm So wird uns von der erden Vertilgen sein grimm. Was wir von andern hören

Wird uns auch treffen nun Gott wird uns auch verstören So wir nicht busse thun Darumb wer da wil leben

Vnd Gottes wunder sehn Der muß sich ihm ergeben Auff seinen weg zu gehn. Jetzunder ist verhanden

Die lang gewünschte zeit Da alles wird zu schanden Was in sünd und boßheit Des Herren Güth verachtet

Sein wunder außgelacht Sein wort nicht recht betrachtet Nun kompt die straff mit macht. Nun werdet ihr befinden

Die ihr euch Christen nennt Wie ihr durch ewre blinden So Gott nie recht erkendt Vom liechte abgeführet

Vnd irr gemachet seyn Ja gantz und gar bethöret Jung und Alt Groß und Klein. Ihr habt euch lang beruffen

Auff Gottes Wort und Schrifft Darüber ihr mit hauffen Viel irrthumb hab't gestifft Wir sind die rechte Christen

Rühmen die Secten sich Vnd seyn doch Cainisten Die lieb haben sie nicht. Darumb lest Gott verkünden

Das word von seinem Reich Er wil daß wir von Sünden Auffstehen alle gleich Vnd seine Botten hören

Die uns anmelden all Daß Christus will einführen Sein Braut zum Abendmahl. O Babel es wird kommen

Dein fall auff einen tag Gott wird das Bluth der Frommen So lang geschryen rach Fördern von deinen händen

Nun ist kommen die zeit In welcher die Elenden Wieder werden erfrewt. Ey wie wird sich erfrewen

Des Herren Braut Zion Wenn Christus wird vernewen All Creatur sehr schon Ein newen bund auffrichten

Mit sein geschöpffen all Sünd und den todt vernichten Kein Teuffel mehr seyn soll. Auch wird sich Gott erbarmen

Seines volcks Israel Die verstossenen armen Wird er erleuchten schnell Daß sie werden erkennen

Ihrn König Davids Sohn Vnd ihn mit frewden nennen Ihren Erlöser schon. Gott wird sie wiederbringen

Zur Stadt Jerusalem Da sie werden lobsingen Lieblich mit heller stimm Daß alle welt von sünden

Ist frey und loß gemacht Ewig erlösung funden Das heyl herwieder bracht. Dann wird eröffnet werden

Des Paradises pfort Vnd alles Volck auff erden Wird eingehn zu dem orth Vom Baum des lebens essen

In grosser lust und frewd Bald all ihrs leids vergessen Eingehn zum leben new. Mein hertz fur frewden springet

Mein Seele in mir lacht Mein Geist auch Gott lobsinget Wann ich die frewd betracht So in den tausend Jahren

Des reiches Jesu Christ Den Heilgen außerkoren Von Gott bereitet ist. O ihr weltlich Gelehrten

Warumb glaubet ihr nicht Weh euch blinden Verkehrten Nun trifft euch das gericht Weil ihr nicht wollet trawen

Hie Gottes Geist und Wort Muß es euch ewig rewen In der verdamnuß dort. Kommt her ihr außerkohren

Erfrewet euch mit mir Die ihr auß Gott gebohren Nun bricht der tag herfür Die Sonne wird hell scheinen

Die nacht muß untergehn Christus wird in den seinen Sich herrlich lassen sehn. Mein hertz sol ewig loben

Dich Jesu Heylandt mein In deinem thron daroben Fur diß erkäntnuß dein So du mir hast gegeben

Hilff daß ich tracht allzeit In meinem gantzen leben Nach dieser Seeligkeit.

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