Skip to content
1883

Im Nahmen eines Andern

Arno Holz

Immer auß der sälben Kanne schmäkkt mir nicht der bäste Wein. Heute muß es Marmoranne morgen Marzimindgen seyn.

Nach den Schwartzen soll man drachten sie sind süß zu jeder Zeit; doch die Blonden zu verachten halt ich for Ohnmügligkeit!

Alle lassen sich erbitten wenn man sie nur rächt beläkkt; keine ist so streng von Sitten daß ihr nicht ein Küßgen schmäkkt.

Dreff ich Rosilis im Garten oder Buschgen gar im Heu flöht ich gleich auff dausend Ahrten: Lihber dodt alß ungetreu!

Doris küß ich auff die Bäkkgen Filosetten auff den Mund Sylvien kniep ich unters Gäkkgen Fillis wo sie hindten rund.

For die niedlichsten Caräßgen bün ich würcklich wie gemacht sälbst in das belihbte Gäßgen schleich ich manchmal kortz für Nacht.

Bey Bisqwit und Schokolade sizzt man dan auff meinem Schooß; zeigt den Schuch biß an die Wade macht sich beyde Brüstgens blohß.

mit den freundlichsten Allüren geht man gleich auff alles ein – die da gläubte meinen Schwüren müßt ein rächtes Gänsgen seyn!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Im Nahmen eines Andern · Arno Holz · Poetry Cove