Däglich grimmer bläst der Ost Glaß-Eyß glüzzt und Zukker-Frost die Kindgens schon drompeten auff kleinen Zinn-Corneten.
Lebküchene Soldaten verguldete Mußkaten bezihren bald die Tänngens darzu Dukahten-Männgens.
Man zeigt sich kaum noch wo püblik und macht im Kehficht Wald-music! Wie lange wird es tauren dan dräut der Himmel nicht mehr grieß
dan buzzt für unsren Mauren Neptunus seinen Gabel-Spieß. Dan kombt fast über Nacht Frau Flora an und lacht
und bringt in ihrem Mihder den gantzen Frühling wihder! Zahrt an eines Bächleins Rand wird sich dan wer bükken
und mit seiner weissen Hand Schlüssel-Blöhmckens pflükken. Jedes kleine Grillgen geigt waß mir dan ihr Mund verschweigt;
Zefirus der Aura Mann lacht so laut er lachen kan! Ist der Frühling dan verronnen singt der Sommer daß es schallt
lihblich rauschen kleine Bronnen durch den grünen Schäffer-Wald. Kloris steht biß an die Waden zwischen Moon und Akker-Rhaden
heymlig ziht mich in den Klee die erhizzte Dorile! Dan färbt der Herbst den Bäumgens Violen-blau die Pfläumgens
das letzte Schwalben-Pärgen fliht Vertumnus singt sein Wintzer-Lied. Michel Seppel Veit und Hannß springen ümb den Erndte-Krantz
und säzzen über alle Kost Lyäens süssen Trauben-Most! Zurlezzt kombt gantz darhindter wihderümb der Winter
und füllt uns durchauß biß ins Bett voll Ambrosin und Nectar-Fett! Man juhchtzt drutz Eyß und Schnee O Evan evoe
und singt sich ümmer wihder froh auff seinem Clavichordio! In Summa: Welt ist Welt sie dreht sich stäts vom Neuen;
mit jädem waß sie stellt will sie uns blohß erfreuen. Drümb scheint mir auch so durchauß Brey Minervens nichts wie Schmiererey
sambt allem waß nach Griechisch räucht oder auff Lateinisch kräucht! An so alten Fleder-Wischen kan kein Mäntsch sich mehr erfrischen
weilen ihre böse Würtzen blohß den Lebens-Draht verkürtzen. Nur Eins hebt mich biß in den Himmel: Apoll auff seinem Flügel-Schimmel!
Dihsem halt ich seine Schrifft nicht for wohl-kandirtes Gifft. Offt schon sann ich manche Nacht waß mich so verlihbt ihm macht.
Alles ist for mir wie hin wenn ich mit ihm zwistig bin! Nie so gäb ich seine Leyer sälbst ümb Cynthiens Busen-Schleier
rönn mir gleich durch Mercks und Bluht noch so süsse Liebes-Wuht! Flakkus alter Tibur-Singer dein fast Wollust-voller Finger
schlug sie für mir dan Ovid eh sie Titan MIR beschied! Ihre Säyten werd ich rupffen biß an mir die Würmer zupffen
biß auff mir der Rabe hokkt und sein frölig cras cras krokkt! So verfliessen meine Dage zwar vergnügt doch eylends hin
biß ich einst im Sarkofage sonder Klage nichts wie Staub und Asche bin.
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