Vorüber ist die schwartze Nacht
die bundte Flora wihder lacht
der Döbber lokkt sein Weibgen;
schon schafft sich mancher Schmetterling
an manchem süssen Bluhmen-Ding
ein loses Zeit-verdreibgen.
Cupido badet auch schon wach
im silbernen Forellen-Bach
sein Kugel-rundes Leibgen.
Von zahrtem Kummer hold geblagt
hab ich gewartet biß es dagt
zu dir bün ich geschlichen;
ümbsonst so such ich wehrtes Kind
bey dihsem frühen Morgen-Wind
nach Rohsen die dir glichen.
Aurora die den Tau gesprängkt
der noch an allen Püschen hängkt
ist lengst im Ost verblichen.
Du warst die gantze letzte Zeit
voll ohngemeiner Härtigkeit
trutz deiner siebzehn Jährgen.
Noch niemahls hieltestu mir Stich
drey Dage fast schon qwähl ich mich
waß wären wir for Pärgen!
Ich gläub der Lemmel der Markolff
der nechst dir übern Zaun verholff
der draut mir nicht ein Härgen! –
Verschlossen schweigt dein Kabinett
drin ligstu still-vergnügt im Bett
derweil ich mich hihr harme.
Ach künt ich doch itzt mit dir sehn
der beyden Hügel stultzes Blehn
darzu die blancken Arme!
Es ist fast würklich hihr noch kalt
drümb offne mir den Fenster-Spalt
darmit ich mich erwarme!