Das Feld steht Kräutter-leer Frau Flora lacht nicht mehr der Wald hat allbereit sein bundtes Stärbe-Kleid
ein schönes Schau-Gerüst das bald Verwehsung küsst. Wo blihb die Amstel hin das Singe-Vögelgin?
Der Fröschgen ihr Coax beschehmbt nicht mehr Hannß Sachs. Drümb sey es endlich hihr geklagt waß mir das Hertz benagt!
Unsre Gaben süsses Kind flüchtig wie Narzissen sind und es fährt mit uns die Zeit strakks in die Vergässenheit.
Einst so welckt mir dihse Haut trukkner alß ein Sommer-Kraut einst so zwikkt mir dihß Gebein Bodagra und Zipperlein.
Hengen laß ich dan mein Maul wie ein alter Karren-Gaul stakkrich sezz ich Fuhß for Fuhß wie ein steiffer Tapp-ins-Muhß.
Nachts wenn mich die Flöhe jükken krault mir keine mehr den Rükken denn for sowaß lihbes Kind bün ich dan zu keusch gesinnt.
Amors Zokker-süsser Poltzen ist mir dan durchauß zerschmoltzen und ich seufftz die gantze Zeit in betrühbter Einsamkeit!
Alles blüht und muß vergehn dir wird Gleiches mahl geschehn! Die weissen Kugeln so sich itz so süß und anmuhtsvoll bewegen
wird einst ein ungeheurer Plitz in nichts wie Staub und Asche legen. Dan wird dich niemand mehr betasten dan lihgt dein Leib im schwartzen Kasten
dan triefft dan stinckt nach Talg dein runtzlig fauler Balg. Dein Mund so süß benelckt klafft jämmerlich verwelckt
von Rohsen nicht die Spur zwo trukkne Schruntzeln nur zermürbelt und zerbrochen von Kröten überkrochen!
Laß die mit den weissen Bäffgen sie seynd Aeffgen! Laß sie pappeln laß sie plarren sie seynd Narren!
Ob Jüde Heyde oder Christ er wird zu Mist! Morgen lengst ist alles auß Mäntsch du bist nur eine Lauß
morgen oder gar schon heut dröhnt vom Thurm dein Grab-Geläut! Eins nur ist uns dan gewiß: schwartz-polihrte Fünsterniß!
Laß uns alles drümb vergessen Rohsen pflantzen ümb Zypressen die dein Auge wenn es strahlt gleichsahm wie mit Goldt bemahlt!
Deinen weichen Alabaster trukk ihn auff mich rächt alß Pflaster Mund an Mund und Brust an Brust in verschwihgner Götter-Lust
biß ihr Pärlen-Safft dich Kind gantz durchrinnt! Ob sie Jungffern oder Huren alle in die Grube fuhren
nichts mehr war ihr Schön-Seyn nüzze in der schwartzen Lethe-Pfüzze! Selbst Helena mit göldnen Hahren ist Stanck und Gifft seit dausend Jahren!
Drümb so künt es fast geschehn daß die Augen mir voll Wasser stehn! Waß ist die Welt und ihr berühmbtes Gläntzen? Ein Blizz bey Nacht.
Eh welcke Rohsen eure Scheitel kräntzen singt drinckt und lacht! Heut sind wir noch jung und roht morgen hat uns schon der Dodt
morgen sind wir Asche!
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