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1883

Er lobt sich sein Purschen-Leben!

Arno Holz

Mich sah so Leipzig Wien wie Prag so Rostock Königsberg wie Jene; doch wo ich auch zu drällern pflag es ging mir überall höchst bene.

Noch keinen schuf so frohen Sinns Apoll der muntre Musen-Printz. He Brüder bräucht euch eurer Zeit! Sie saust dahin nichts läßt sich halten.

Die heut blohß Zokker-Rösgens schneyt bekränckt euch morgen schon mit Falten. Zurletzt schlurfft uns ein schwartzes Loch – fy Teix wer nie nach Dabbak roch!

Den Bahrt laßt uns zu Zwürbeln drehn! Sprengt hoch zu Gaul! Jagt in Carreten! Auff Silber-Schüsseln will ich sehn Dukahten-Nudeln und Lampreten!

Rosingens wüntsch ich alß Geschlekk auch schafft mir ja Canari-Sec! Auff den belihbten Pindus klimmt man erst nach ohngemeinem Schwizzen

und schlüßlich wenn dan alles stimmt bleibt man blohß höchstens auff ihm sizzen. For Sowaß geben wir nach Elff noch nicht mahl einen Zwiebel-Schelff!

Wo Bachus lustig präsidirt zeigt sich auch bald sein Bruder Jocus. Bauckt auff die Dische randalirt kreischt drey-mahl vivat Hokusbokus!

Der eine spihlt das Dideldom Der andre auff dem Plomplomplom! Vergnügter war nicht Epicur verschmizzter nicht Anaximander

wir folgen Beyder ihre Spur und würbeln alles durch-einander! Nur Einer hat für uns das Prä der alte Doctor Rabelais!

Da horcht! Schon dröhnt die Mitternacht! Itzt heisst es: Pursche Runda sauffen! Eh nicht Aurora Rohsen lacht darff keiner in die Fehdern krauffen!

Der fättsten Färckelgens Geqwiek klingt gegen unsres wie Musik! O allerschönste Galathee wie seelig muß sichs dein geniessen!

Laß deinen weissen Armen-Schnee ümb meinen Haltz herümber fliessen! Kom sizz dich hihr auff meinen Schoos ich mach dir beyde Brüstgens blohß!

Harr! Kükkt die ihr noch nüchtern seyd! Wog wer schon ähnlichte? Botz Zäpffel! Störtzt alle nihder juhcht und schreyt: Das sind Hesperiens Wunder-Aepffel!

Sie rollen hin sie rollen her so herrlich rollt kein Pärlen-Meer! Laufft! Raufft! Schlagt alles korz und klein! Brecht zu den Mäntschern in die Betten!

Dantzt ümb kein Kalb! Dantzt ümb ein Schwein! Bewindet es mit Rohsen-Ketten! Zum Leid-dhun bleibt noch ümmer Zeit wann ihr erst alt und gräulich seyd!

So klingts bald hoch so klingts bald tieff von meiner wohl-bespihlten Laute; schon mancher ärgerte sich schieff sorbald ich blohß die Säyten kraute.

In solchen Scheddeln meiner Treu rumohrt fast nichts wie Hekker-Spreu! Obs würcklich einen Himmel giebt wie wir auß alten Schrifften lesen?

Mir scheint das zihmlich abgediebt; es ist noch keiner dagewesen! Mein Hieber saust das Pflaster sprüht ich bün nicht gern ümbsonst bemüht!

Der Helle drau ich fast schon mehr. Ich wüntschte sie so manchem Lemmel. Und brillte er auch noch so sehr ich schmiss ihm keinen Gnaden-Semmel.

Doch gläub ich trutzdem franck und frey auch sie ist eitel Fantasey! Jedennoch weiß wer nichts genau. Vihlleicht so brasseln ihre Flammen.

Dan schlägt ihr nichts alß Feuer-Bau mahl ekklich über mir zusammen. Doch schlukkt sie mich sälbst würcklich eyn – es wird schon wo ein Schlipploch seyn!

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