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1883

Er freut sich/ daß es Winter ist

Arno Holz

Der Ofen singt es schneyt. Du lihbe Weihnachts-Zeit! Rükk her du Traute; bey Frost und Feuer-Schein

zu Moßkateller Wein klingt süß die Laute. Herr Febus wird gantz fett. Er trukkt sein Himmel-Bett

itzt vihl zu lange. Mars lihß sein Mord-Geschrey Bachus dein Straussen-Ey macht ihm itzt bange!

Rund ümb den Disch herum ein Conventiculum siht man ihn halten. Wer sich ihm nicht gleich fügt

dem würd er still-vergnügt den Scheddel spalten. Die lihbe lange Nacht daß fast die Schwarte kracht

hört man ihn brahlen. Volcan brännt Mann for Mann jedem das Pfeiffgen an horcht wie sie krahlen:

Hannß Thumm regirt die Welt for Ulmer Silber-Geldt kan man sie kauffen. Daß bleibt ihr bäster Charme

ein rundes Kind im Arm und Broihan sauffen! – Itzt will ich frölig seyn bakkt mir ein Ringel-Schwein

darzu Saulaten. Stopfft es gantz voll Confäkkt daß es noch bässer schmäkkt hihr drey Dukahten!

Sind denn nicht Mägdgens da? Ich bün der Padischa. Bon soir Grittgen! Daß sich dein Hertz erbarm

gleich drümb so lihgt mein Arm qwer ümb dein Mittgen. Du nakkte Cyprie dein runder Feuer-Schnee

hat mich entzündet; du Milch-gemischtes Bluht du göldne Rohsen-Gluht dreyn Alles mündet!

Spüzz deinen Purpur-Mund dein Duppel Kugel-Rund füll mir die Finger! Verstrikk verfässle mich

du kleiner Wütherich du Hertz-Betzwinger! Für einer Marmol-Haut hat mir noch nie gegraut

ich kans nicht lassen fühl ich wo rund ein Knie dihses voll Cortesie fäst zu ümbfassen!

Flinck lösch die Lichter auß weil sich lengst bundt ümbs Hauß die Sterne drehen! Noch wenn der Morgen scheint

soll er uns froh-vereint bey sammen sehen!

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