Und schwarz-weiß-roth sind meine Verse, Denn treu dem Volk bis in den Tod Schwör ich auf Werther, Faust und Lerse. Manch goldbeschlagnes Auerhorn
Hab ich aufs Deutschthum schon getrunken Und bin als Kerl von Schrot und Korn Noch niemals untern Tisch gesunken. Doch trotzdem ruf ich:
Hony soit, qui mal y pense! O, nicht stets für sich selbst geschwärmt! Aus tausend Schriften läßt sich's lesen: Die Gluth, die
Sie loht auch jenseits der Vogesen. Das Volk der Rousseaus und St. Pierres, Man mag's begeifern, mag's beneiden: Mir ist's so lieb, wie das Homers,
Und kein Phantast soll's mir verleiden! Drum ruf ich lautauf: Hony soit, qui mal y pense! O wer, als einst wie nie zuvor
Die Welt ein Haupt voll Blut und Wunden, Sang ihr das „Lied im höhern Chor“, Daran wir heute noch gesunden? Rouget de L'Isle war's, der Franzos,
Die Seine rauscht's und die Garonne, Und aus der Knechtschaft dunklem Schooß Rang sich die Freiheit in die Sonne. Drum juble, Seele:
Hony soit, qui mal pense! Wohl weiß ich's, kraß war jene Zeit Und ward von Tag zu Tag noch krasser, Doch jede große Wahrheit schreit
Nach Blut und nicht nach Zuckerwasser! Wem sie ihr Herz geoffenbart, Der schrickt zusammen und bewundert's; O, jener Schwur im Ballhaus ward
Zur ersten Großthat des Jahrhunderts! Drum juble Seele: Hony soit, qui mal y pense! Wohl steht noch heut, Gewehr bei Fuß,
Ein Cerberus an jeder Grenze, Doch schon umweht's mich wie ein Gruß Aus ferner Zukunft fernem Lenze. Dann schlägt kein Tambour mehr Allarm,
Dann steht die Welt voll goldner Halme Und Frankreich ringt dann Arm in Arm Mit Deutschland um dieselbe Palme. Drum juble, juble:
Hony soit, qui mal y pense! Doch ihr ... verhöhnt mich immer nur, Ihr biedern Knopflochpatrioten; Ich weiß, ihr schwärmt nur für Dressur,
Für Kalbsfilet und Schweinepoten. Ihr sammelt Lumpen, sammelt Geld Und träumt von längst verschollnen Tagen: Was kümmert's euch, wenn durch die Welt
Der Zukunft Nachtigallen schlagen? Ich aber rufe: Hony soit, qui mal y pense!
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