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1863–1929

5.

Arno Holz

Der Abendstrahl, Und droben im Flieder flötet Die Nachtigall. O, wie die Klänge mir schlagen

So süß ans Ohr, Als wollten auch Was Das

Und mit silbernem Klanggefieder Ins Herz mir dringt: „nun hast auch Du empfunden Der Liebe Leid

Und kannst nun nie gesunden Zu keiner Zeit! Denn Vom Himmelszelt,

Nur Das Weh der Welt. O daß am Himmel die Sonne Nicht ewig steht,

Und daß der Liebe So bald verweht!“ ..... Durch dämmernde Abendhülle Tönt so der Sang,

Und eine Lieder Ist jeder Klang. Schon senkte sich zitternden Fluges Aufs Thal die Nacht,

Da ist dem Tage des Truges Ein End gemacht. Doch ob auch die Sterne nun blinken Am Himmelsdom,

Und ihre Lichter mir winken Aus jedem Strom, Und ob auch der Mond mir ins Zimmer Gießt all den Schein:

Das wiegt doch nie und nimmer Das Herz mir ein! — Du aber, o Traum, o umfächle Das süße Kind,

Daß es im Schlafe noch lächle So wunderlind! O schwebe im Glorienschimmer Von Gottes Thron

Und laß es vergessen auf immer Den Liedersohn! — —

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