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1863–1929

3. Anathema sit!

Arno Holz

Viele stehn im Daniel Sanders, Viele stehn auch noch wo anders, Doch verhaßt vor allen sind Diese mir, mein liebes Kind:

Weihrauchfässer und Crucifixe, Tinte, Schwefel und Stiefelwichse, Englische Peers und russische Knuten, Türkische Paschahs und deutsche Rekruten,

Throne, Kasernen und Schweinekofen, Parvenüs und Naturphilosophen, Enten, Seeschlangen, Juden und Zwiebeln, Alte Jungfern und enge Stiebeln,

Weiße Handschuh und schwarze Fräcke, Krinolinen und Chapeau cläque, Hämorrhoiden, Milben und Maden, Gardeleutnants und Wachtparaden,

Filsläuse, Flöhe, Motten und Wanzen, Hofräthe, Kammerherren und Schranzen, Ballerinen und Syphiliten, Schwiegermütter und Jesuiten,

Unterröcke, Corsetts und Matratzen, Vipern, Kokotten und Kammerkatzen, Toaste, Kloaken und Vitriole, Panzerfregatten und Staatsmonopole,

Kriegervereine und Schwadroneure, Luccagagen und Operntenöre, Wagnerianer und Patrioten, Schneider, Kastraten und Idioten,

Falsche Zöpfe und echte Biere, Nähmaschinen und Klimperklaviere, Schnupfstabackdosen und Mädchen für Alles Und —

Sympathisch zwar und angenehm Ist meiner Treu mir keins von dem, Doch bei vernünftiger Beschauung Stört mir auch keines die Verdauung.

So leb ich lustig Wie jener Mops im Paletot. Nur Eins macht stets mich tapfer weichen Und läßt mich kreideweiß erbleichen ....

O Gott, mir wird das Herz so schwer: Nachbarin, euer Fläschchen her! Das Wort bleibt mir im Halse stecken, So oft ich auch daran gedacht —

Das ist der schrecklichste der Schrecken:

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