Verklingen hören über Raum und Zeit
Und schimmernd eingesargt von weißen Flocken
Versinkt es in die Ewigkeit.
Doch leuchtend aus dem Schooß der Winternacht
Ringt schon das neue seine jungen Glieder
Und träumt, die Erde sei mit ihm erwacht,
Geweckt vom süßen Klang der Frühlingslieder.
Doch schau, wie fröstelnd es die weiße Decke
Schon wieder über seine Glieder zieht,
Weil es von Eis umglitzert Hag und Hecke
Und ach, kein einzig Veilchen sieht!
Doch fasse neue Hoffnung, neues Jahr,
Denn so wie dir ist's jedem noch ergangen
Aus deiner ewigen Geschwisterschaar;
Und doch, der Lenz kam immer noch gegangen!
Noch herrscht der Tod; doch wenig Wochen später
Und hoch im Winde schwankt das junge Ried,
Dann singt ein Lerchenchor im blauen Aether
Des Frühlings Auferstehungslied.
Und wonniger, als du dir je erträumt,
Wird die Natur dir noch ihr Herz erschließen,
Wenn von des Sommers Aehrengold umsäumt,
Des Lebens Quellen rauschend dich umfließen.
Doch was in dieser Welt dich auch entzückte,
Vergilt es
Und jede Blüthe, die im Lenz dich schmückte,
Gieb uns im Herbst als reife Frucht!
Und schlägt dereinst die Stunde deines Seins,
Dann sei dein Segen für das Wunschgedeihen,
Wenn wir statt eines todten Marmorsteins,
Dir ein lebendiges Gedächtniß weihen!