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1863–1929

2.

Arno Holz

Ringeln wie Opferduft Sich aus dem Erdengetriebe Empor in die Gottesluft Und tragen auf ihren Schwingen,

Dem Alltagsleben entflohn, Die Seele mit Singen und Klingen Bis hinauf zu des Vaters Thron. Und wenn dann die Zeit erfüllet,

Flattert sie erdenwärts, Und was ihr der Himmel enthüllet, Flüstert sie dir in das Herz. Und dieses stimmt dann wieder

Die Saiten zum höheren Chor, Und jubelnd steigen die Lieder Von neuem zum Himmel empor. Und so in stetem Kreisen,

Tönend durch Raum und Zeit, Verhallen nie die Weisen, Die Sie schweben und flattern voll Wonne

Den leuchtenden Wolken zu — Bist immer und ewig du!

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