Vom heilgen Hain zu Singapur?
Dort sitzt ein alter Eremit
Und kaut an seiner Nabelschnur.
Er kaut tagaus, er kaut tagein
Und nährt sich kärglich nur und knapp,
Denn ach, er ist ein großes Schwein
Und nie fault ihm sein Luder ab.
Rings um ihn wie das liebe Vieh
Wälzt sich zerknirscht ganz Singapur
Und „Gott erhalte“ singen sie
„noch lange seine Nabelschnur!“
Denn also geht im Volk die Mähr
Und also lehrt auch dies Gedicht:
Wenn jene Nabelschnur nicht wär,
Dann wär auch manches Andre nicht.
Dann hätte beispielsweise Lingg
Nie völkerwandernd sich verrannt
Und Wagners Nibelungenring
Läg noch vergnügt im Pfefferland.
Uns hätte nie Professor Dahn
Urdeutsch dozirt von A bis Z
Und kein aegyptischer Roman
Verzierte unser Bücherbrett.
Wolffs Heijerleispoeterei,
Kein Baumbach wär ihr nachgetatscht,
Und Mirzas Reimklangklingelei
Dann schlüge endlich unsrer Zeit
Das Herz ans Herz der Poesie,
Das Rütli schwüre seinen Eid
Und unser Tell wär das Genie.
So aber so — frei, fromm und frisch
Kaut weiter jener Nimmersatt;
Sein eigner Schmeerbauch ist sein Tisch,
Sein — wisch ein Bananenblatt.
Und um ihn wie das liebe Vieh
Wälzt sich zerknirscht ganz Singapur
Und „Gott erhalte“ singen sie
„noch lange seine Nabelschnur!“