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1891

Blühende Bäume

Hugo von Hofmannsthal

Was singt in mir zu dieser Stund Und öffnet singend mir den Mund, Wo alle Äste schweigen Und sich zur Erde neigen?

Was drängt aus Herzensgrunde Wie Hörnerschall zutag Zu dieser stillen Stunde, Wo alles träumen mag

Und träumend schweigen mag? An Ästen, die sich neigen, Und braun und dunkel schweigen, Springt auf die weiße Blütenpracht

Und lacht und leuchtet durch die Nacht Und bricht der Bäume Schweigen, Daß sie sich rauschend neigen Und rauschend ihre Blütenpracht

Dem dunklen Grase zeigen! So dringt zu dieser stillen Stund Aus dunklem, tiefem Erdengrund Ein Leuchten und ein Leben

Und öffnet singend mir den Mund Und macht die Bäum erbeben, Daß sie in lichter Blütenpracht Sich rauschend wiegen in der Nacht!

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