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[Was wiltu Doris machen]

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Was wiltu Doris machen Brich deinen stoltzen geist; Diß was du schönheit heist Sind blumen-gleiche sachen

Die unbeständig sind Und fliehen wie der wind. Es wird auff deinen wangen Nicht steter frühling seyn.

Es weicht der sternen schein Als wie der blumen prangen. Die zeit so alles bricht Schont auch des leibes nicht.

Was ist der schönheit gläntzen Als ein geschwinder blitz? Sein zubereiter sitz Besteht in engen gräntzen.

Kein fluß verrauscht so bald Als schönheit und gestalt. Was heute purpur träget Und alabaster führt:.

Was sich mit rosen ziert Wird morgen hingeleget Und ruhet ungeacht In seiner todes-nacht.

Nun Doris lerne kennen Was falscher hochmuth sey Bleib nicht alleine frey Laß deine jugend brennen

Und laß der liebe glut Durchwandern hertz und blut. Gebrauche deine schätze Weil blut und blüte siegt.

Wann dich die zeit betriegt So trennet auch das netze So vormahls um dich hieng Und manche seele fieng.

So du dich selbst kanst lieben So nimm die warnung an Die ich dir itzt gethan. Ich werde mich betrüben

So diese rose stirbt Und ohne lust verdirbt.

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