Heb Rom Lucretien biß an das stern-gerüste!
Weil sie in adern-brunn den kalten stahl gesteckt
Nachdem sie vom Tarqvin durch ehbruch war befleckt
Hier dringt ein reiner dolch durch unbefleckte brüste.
Lucretia ließ zu vorher die schnöden lüste.
Olympia hat nichts von geiler brunst geschmeckt
Die ihren helden-arm zu strenger rach ausstreckt
Ch als zum ersten mahl sie Artabazes küßte.
Lucretia verschrenckt dem schänder nur den thron;
Hier büßt der fürsatz ein lust ehre leben kron.
Die nachwelt wird gestehn die beyder bild wird sehen;
Gold ertzt und marmol sey Olympien zu schlecht
Lucretzen holtz zu gut; Lucretzen sey nur recht
Olympien zu viel durch ihren stich geschehen.