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1616–1679

Von Melindens munde.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Allzugeringe faust! unwürdiges papier! Ich weiß Melindens mund nicht lebhafft abzuschildern: Es schickt mein pinsel sich nicht zu dergleichen bildern, Und ein nur blasses blat faßt keine solche zier.

Es starrt, o schönster mund! so mund als hand vor dir, Denn meine poesie will allbereits verwildern; Doch dein gelinder kuß kan alle härte mildern: Und wen dein othem rührt, der tritt getrost herfür.

Wohlan! so sey es denn: Die farbe deiner lippen Steigt höher, als die pracht von den corallen-klippen, Und wer im tode liegt, den macht ihr feuer frisch. Zwar andern schlägt die brust weit eine süßre wunde;

Allein ich bin vergnügt, hab ich auf deinem munde, Du andre Helena! nur einen freyen tisch.

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