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1616–1679

Von der zeiten veränderung.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Die zeiten müssen sich vergleichen Weil alle zeiten flüchtig seyn Tritt wiederum der frühling ein So pflegt der winter ihm zu weichen

Vergeht des sommers heisser brand So kömmt des herbstes kühler stand. Warum wolt ihr die zeiten hassen Jhr die ihr seht der zeiten streit?

Weil euch in unvergnügsamkeit Lentz sommer herbst und winter lassen Weil aller zeiten lauff verrancht Eh’ iemand ihrer recht gebraucht.

Was zeigt uns dieses wechsels schatten? Ein bild der unbeständigkeit; Ein werck der unvollkommenheit: Weil nicht der himmel will verstatten

Daß etwas hier soll ewig stehn Das mit den zeiten soll vergehn. Jhr ändert ja der zeiten söhne Der zeiten töchter allezeit

Indem ihr macht aus freude leid Was gleich ist krum; was arg ist schöne; Was starck ist schwach; was kalt ist heiß; Was klein ist groß; was schwartz ist weiß.

Ein jahr ist unser gantzes leben: Der frühling hält der jugend art Der sommer der verliebte paart Kan schöne frucht zu wiegen geben

Der herbst nimt an den kräfften ab Der winter legt uns in das grab.

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