Wje? soll die welt in ruhe stehen
Weil die verständige natur
Die werck in ihrer grossen uhr
Einander läst zu wider gehen?
Erregt nicht eine jahres-zeit
Vier mahl auf erden neuen streit?
Des frühlings angenehme sonne
Zerschmeltzt des kalten winters eiß:
Des dürren sommers heissen schweiß
Vertreibt des kühlen herbstes wonne:
Giebt jedes monats unterscheid
Dem felde nicht ein ander kleid?
Jhr sterblichen schaut an die gaben
Die uns der lentz und sommer giebt
Was man im herbst und winter liebt
Wer soll den preiß des vorzugs haben?
Des lentzes graß? des sommers klee?
Des herbsies wein? des winters schnee?
Des frühlings schöne stirn und wangen?
Des sommers warme hand und brust?
Des herbstes mund- und augen-lust?
Des winters wild- und vogel-fangen?
Die leibes-stärck und liebes macht?
Der kurtze tag die lange nacht?
Ich kan den grünen lentz nicht hassen:
Ja mir gefällt des sommers frucht:
Was man im herbst auf bäumen sucht:
Was man im winter soll umfassen.
So bringet mir vergnügsamkeit
Ein iedes theil der jahres-zeit.