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1616–1679

Von der letzten zeit.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Was ist ein tag ein jahr? die zeit von hundert jahren In welcher aus der welt viel tausend seelen fahren Ein spiel das vielen kurtz und vielen lang muß seyn O mensch nim alle zeit genau in augenschein!

Ein tag kommt dessen macht die jahre wird verschlingen Ein jahr kommt dessen lauff nicht mehr wird tage bringen O wunderbares jahr! o wunderbarer tag! In welchem auffersteht was in den gräbern lag

Wer soll nicht alle tag an dieses jahr gedencken Das aller zeiten stand wird in zwey theil verschrencken Wo stete trauer-nacht wo stetes freuden-licht Des himmels wollust-strahl der hölle marter sticht.

Jhr freches laster-volck ach lasset alle tage Zu beyden ohren ein des letzten tages klage: Nun muß die gantze welt vor ihrem richter stehn Der keiner sünde zeit läst ungestrafft hingehn.

Wolt ihr o sterblichen! nicht mit der zeit verderben So legt die zeit wohl an im leben und im sterben; Der ist klug der wird fromm wer stets denckt an die zeit Wenn ihn ein augenblick setzt in die ewigkeit.

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Von der letzten zeit. · Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau · Poetry Cove