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1616–1679

Von der herbst-zeit.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Du magst den lentz und sommer preisen Mir mir gefällt des herbstes frucht Die man in grossen fässern sucht In schönen gläsern pflegt zu weisen.

Wo fröliche gemüther seyn Da bist auch du o edler wein! Du kanst den helden stärcke machen Wenn sich der feind im felde zeigt

Wenn ehe man die stadt ersteigt Die mörsel und carthaunen krachen. Wo tapffere soldaten seyn Da bist auch du o edler wein!

Du kanst durch deine macht erwecken Der klugen geister eigenschafft Der unerschrocknen redner krafft Die nach dem himmel pflegt zu schmecken.

Wo fertige poeten seyn Da bist auch du o edler wein! Du heist die männer länger sitzen In löblicher geschellschaffts-lust:

Wem die melancholey bewust Kanst du das kalte blut erhitzen. Wo die verliebten hertzen seyn Da bist auch du o edler wein!

Du bist der beste koch auf erden Der beste leib artzt in der welt Der zu gesunden sich gesellt Die schwachen wieder starck läst werden.

Darum soll mir o edler wein! Der herbst ein gantzes wein-jahr seyn.

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