Du kanst dein eigenthum ausbreiten
O grüner lentz! in voller pracht:
An der uns seine weise macht
Der Schöpffer zeigt auf allen seiten
Wenn deine liebliche gestalt
Vergnügt das feld den berg und wald.
Du hast die grosse welt gebohren
Den anfang aller zeit gemacht:
Das beyl den menschen wieder bracht
Als zu der mutter ward erkohren
Die jungfrau deren wunder-sohn
Sitzt auf des Allerhöchsten thron.
Du sahest ihn im grabe liegen
Der an dem creutze war verblast
Nach abgelegter todes-last
Hoch über seine feinde siegen.
Dir ist die reine seelen-lust
Der Christen heiligthum bewust.
Dein mertz weiß alles zu erfreuen
Was erde wafser lu
Ob dein april sich offt verstellt
Pflegt er die welt doch zu verneuen.
Lehrt nicht dein allerschönster may
Daß er der beste mahler sey?
Die warmen sonnen-strahlen müssen
Dir zu der wollust dienlich seyn
Wenn iedes thier fühlt süsse pein
Das vielmahl deiner zu geniessen
Die von natur erweckte brunst
Lehrt die gemeine liebes-kunst.