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1616–1679

Von der frühlings-zeit.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Du kanst dein eigenthum ausbreiten O grüner lentz! in voller pracht: An der uns seine weise macht Der Schöpffer zeigt auf allen seiten

Wenn deine liebliche gestalt Vergnügt das feld den berg und wald. Du hast die grosse welt gebohren Den anfang aller zeit gemacht:

Das beyl den menschen wieder bracht Als zu der mutter ward erkohren Die jungfrau deren wunder-sohn Sitzt auf des Allerhöchsten thron.

Du sahest ihn im grabe liegen Der an dem creutze war verblast Nach abgelegter todes-last Hoch über seine feinde siegen.

Dir ist die reine seelen-lust Der Christen heiligthum bewust. Dein mertz weiß alles zu erfreuen Was erde wafser lu

Ob dein april sich offt verstellt Pflegt er die welt doch zu verneuen. Lehrt nicht dein allerschönster may Daß er der beste mahler sey?

Die warmen sonnen-strahlen müssen Dir zu der wollust dienlich seyn Wenn iedes thier fühlt süsse pein Das vielmahl deiner zu geniessen

Die von natur erweckte brunst Lehrt die gemeine liebes-kunst.

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