Wer auff schwüre bauet
Und auff worte trauet
So die zeit zerbricht
Dem gelückt es nicht;
Ja wird leichtlich nein
Und ein falscher schein
Reißt offt allen fürsatz ein.
Zirckel der gedancken
Können leichtlich wancken
Und der liebe-schluß
Hält nicht lange fuß.
Was die welt erfreut
Nennt die leichte zeit
Wechsel der ergetzligkeit.
Allzu lange sonne
Machet schlechte wonne
Muscateller must
Ja die höchste lust
Bringet dem verdruß
Der mit überfluß
Solches stets geniessen muß.
Honig wird zu gallen
Greul will dem gefallen
An der seite stehn
Und zu nechste gehn.
Mancher blume pracht
Heut als gold geacht
Wird in kurtzer zeit verlacht.
Wer nicht menschen kennet
Meynt daß alles brennet
Was da feuer rufft.
Ach der hertzen grufft!
Den die treu entweicht
Die viel list durchschleicht
Hat kein maaß noch bley erreicht.