Weil meine kohlen völlig glut gefangen
So müssen sie die flammen lassen sehn
Wo stein und eisen zunder kan erlangen
So muß daraus die schönste flamm entstehn;
Das hellste feuer brennt nicht so gut
Als mein getreu doch frisches blut
Mit furchtsamen doch steiffen muth.
Du bist dir ja alleine nicht gebohren
Der purpur so die rosen-lippen deckt
Ist doch für andre lippen auserkohren
Weil keine pracht sich sonst so weit erstreckt;
Dein himmel hegt zwey sonnen zwar
Doch sie verblenden gantz und gar
Und scheinen mir nur zur gefahr.
Der schnee der um den halß und brüste lieget
Die berge derer spitzen feurig seyn.
Die haben mich mit ihrer macht besieget
Bedencke daß die nacht folg’ sonnenschein
Der mäy vergeht wie andre zeit;
Drum wenn die jugend lust anbeut
So brauch dich der in frölichkeit.
Ich übergebe nun mein schiff den wellen;
Weil guter wind in meine seegel bläst
So will ich mich in deine hafen stellen
Wo deine gunst mich nur anlenden läst
Die hoffnung ist mein see-compaß
Wo die mich läst so werd’ ich laß
Und dürre wie das laub und graß.
Ja solte gleich mein leib den todt erdulten
So soll mein geist um deinen mund-rubin
Zur wache stehn und zahlen seine schulden
Und nimmermehr von diesem posten ziehn;
Ja selbst mein staub soll meine treu
Bezeugen und vermelden frey
Wie das mein tod von liebe sey.