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1616–1679

Vermischte Arien.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Der mensch tritt nicht vor sich auff dieses rund der welt Wer ist es dem sein mund alleine wohlgefällt? Wer speiset sich mit seinen küssen? Kein auge schaut sich selber an

Und aus gesellschafft muß erspriessen Was uns die noth benimmt und freude geben kan. Es hatte die natur den ersten frauen mund So in dem paradies vor GOtt und Adam stund

Mit liebes-ziffern selbst beschrieben Man liebte vor dem apffel-biß. Es scheinet daß den trieb zu lieben Gott mit dem athem bald in unsre nasen bließ.

Der süsse wunder-zeug den man die regung heist Und ohne dem die welt aus ihren angeln reist Und zeitlich würde wüste stehen Zeigt fleisch und blut die lebens-spur

Und wer ihr trachtet zu entgehen Beschimpfft die menschlichkeit und stöhret die natur. Wer in der einsamkeit lust und behältniß sucht Sich zu verlieren wünscht als blüte in der frucht

Und lebt als wär er neu gebohren Der macht aus blute schnee und eiß Und hat ihm einen weg erkohren Den man erdulten muß doch nicht zu rühmen weiß.

Den krönet die natur die weißlich lebt und liebt Und diesem was ihm gleicht bedachtsam sich ergiebt. Wir sind nicht engel auch nicht steine Von fleisch und regung nicht befreyt

Wir leben nicht vor uns alleine Und unser ehlich seyn schmeckt nach der ewigkeit.

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