Der mensch tritt nicht vor sich auff dieses rund der welt
Wer ist es dem sein mund alleine wohlgefällt?
Wer speiset sich mit seinen küssen?
Kein auge schaut sich selber an
Und aus gesellschafft muß erspriessen
Was uns die noth benimmt und freude geben kan.
Es hatte die natur den ersten frauen mund
So in dem paradies vor GOtt und Adam stund
Mit liebes-ziffern selbst beschrieben
Man liebte vor dem apffel-biß.
Es scheinet daß den trieb zu lieben
Gott mit dem athem bald in unsre nasen bließ.
Der süsse wunder-zeug den man die regung heist
Und ohne dem die welt aus ihren angeln reist
Und zeitlich würde wüste stehen
Zeigt fleisch und blut die lebens-spur
Und wer ihr trachtet zu entgehen
Beschimpfft die menschlichkeit und stöhret die natur.
Wer in der einsamkeit lust und behältniß sucht
Sich zu verlieren wünscht als blüte in der frucht
Und lebt als wär er neu gebohren
Der macht aus blute schnee und eiß
Und hat ihm einen weg erkohren
Den man erdulten muß doch nicht zu rühmen weiß.
Den krönet die natur die weißlich lebt und liebt
Und diesem was ihm gleicht bedachtsam sich ergiebt.
Wir sind nicht engel auch nicht steine
Von fleisch und regung nicht befreyt
Wir leben nicht vor uns alleine
Und unser ehlich seyn schmeckt nach der ewigkeit.