Sey tausendmahl o schönstes kind willkommen
Luci’gen bist dus oder bist dus nicht?
Wo hat sich denn mein glücke hergenommen
Daß mir dein licht bey stiller nacht anbricht
Erwünschtes glück soll ich denn mein vergnügen
Noch heute schatz in deinen armen liegen?
Entweichet nun ihr müden liebes-sorgen?
Ihr findet doch bey mir mehr keinen platz
Vor sehnt ich mich mit schmertzen nach dem morgen
Itzt bringt die nacht mir meinen liebsten schatz
Und läst mir zum vergnügten liebes-raube
Mein liebstes mädgen meine turtel-taube.
Ach säume nicht mein kind mich zuvergnügen
Komm her du ausbund aller meiner lust
Laß mich vergnügt in deinen armen liegen
Und gönne mir die seiden-weiche brust
Es stehet schon in deiner hand mein leben
Was mir und dir vergnügte lust kan geben.
Nun fühl ich recht das liebende versüssen
Mein geist ist ausser mir ich weiß nicht wo
Wie wird dir doch mein kind bey meinen küssen?
Wohl liebstes kind es ist mir eben so
Ich sencke schon die matten augen-lieder
Vergnügt auff deine zarten brüste nieder.
Wiltu mir nicht mein kind noch eins verstatten
Daß ich dich darff
Wo bleibt die nacht mit ihren dunckeln schatten
Nun seh’ ich erst daß ich betrogen bin
Ein blosser traum der hat mich dir entzogen
Und mich zugleich vergnügt und auch betrogen.