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1616–1679

Verliebte Arien.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Mein Damon laß die reinen flammen Nicht laulicht und getheilet seyn. Nichts bessers schicket sich zusammen Als guter grund und gleicher schein.

Was ist das lieben? Ein spiel der zeit Wo man soll üben Bey noth und leyd

Beständigkeit. Nicht zürne daß ich so gesungen Ein hertze das von liebe qvill’t Wird leichtlich mit verdacht beschwungen

Und mit der bleichen furcht erfüll’t. Bey leichten steinen Liegt kein verdacht; Bey ungemeinen

Wird tag und nacht Mit fleiß gewacht. Hielt’ Aethna nicht so lange feuer Es kenn’t ihn nicht die gantze welt,

Der säulen schönes ungeheuer So Rom in ihrer schooß erhält Wird itzt geehret Weil keine macht

Es hat zerstöret Und dessen pracht Nicht umgebracht. Mein Damon wilt du mich nicht hören

So schau auff säulen berg und stein Laß dich durch ihre wercke lehren Laß sie die stummen meister seyn Blick wort und schertzen

Crbauet nicht Wenn unsern hertzen Das gleiche licht Bestand gebricht.

Die blumen werden zwar gepriesen Doch würd’ ihr name höher gehn Wenn sie in gärten und auff wiesen Dem winter könten widerstehn.

Glaß und crystallen Ehrt iedes land Doch ziert vor allen Der grossen hand

Der diamant. Der zierrath den die liebe träget Ist treuer geist und gleicher sinn Den purpur den sie um sich leget

Sticht keine heisse sonne hin. Wer gleiche liebet In freud und noth Und zeichen giebet

Biß in den tod Ist fast ein gott.

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