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1616–1679

Verliebte Arien.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Nun längst gewünschte freuden-nacht Als zeugen meiner liebe Verhülle des gestirnes pracht Mach alles schwartz und trübe

Laß mir an statt der güldnen sterne seyn Zwey unbefleckter augen schein. Ich wünsche nicht dein bleiches licht Kein nord-stern darff mich führen

Kein glantz darff meinen augen nicht Den weiten himmel zieren Dieweil die glut die mich zuvor betrübt Mir itzt die beste klarheit giebt.

Ist das geschwinde wunder-kind So uns die noth erreget Nach aller köpffe meynung blind So werd ich nichts beweget

Daß ich auff dieser unbekandten bahn Nicht wie bey tage schauen kan. Und ist mein auge gleich bedeckt So schau ich doch im hertzen

Daß mir die Venus auffgesteckt Viel flammen-reiche kertzen Durch welcher glantz itzt mein gemüth erkiest Was lieben und geniessen ist.

Genug die nacht erzeiget sich Auff ihrem schwartzen throne Die Venus selbst ermahnet mich Mit ihrem kleinen sohne

Zu suchen die so meine freyheit fällt Und meinen sinn gefangen hält. Drum liebste komm und sey bereit Die stunden haben flügel

Der Phöbus ist gewiß nicht weit Er rühret seine zügel Dieweil es sich nicht allzuwohl gebührt Daß uns der tag nach bette führt.

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