Ist denn dein hertze gar erfroren?
Bist du aus schnes und eiß gebohren?
Hörst du mein seuffzen nicht
Und was mein unmuth spricht?
Soll ich dich göttin nennen?
So nim des himmels wehmuth an
Der leichtlich sich erbarmen kan
Und uns nicht ewig läßt in hoffnungs-flammen brennen.
Des blutes-regung zu vermeiden
Und gantz von fleisch und blut zu scheiden
Ist nirgends ein gebot
Es heissets auch nicht GOtt;
Sich selber zu verlassen
Ist eine flucht so sträfflich ist
Und wer ihm solche bahn erkiest
Den muß die menschlichkeit als einen unmensch hassen.
Du kanst ja deiner nicht geniessen
Kein mund weiß selber sich zu küssen
Der schnee auff deiner brust
Bringt dir geringe lust.
Die fleischichten Granaten
Seynd nicht allein vor dich erdacht
Kein mensch ist vor sich selbst gemacht;
Es weiß der klügste geist ihm hier nicht recht zu rathen.