Skip to content
1616–1679

Verliebte Arien.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Clorinde kanst du lustig stehen Wenn einer rose schönes haupt Auff ihrem stocke muß vergehen Nicht etwan von der faust geraubt

So sie mit würden könte tragen Sie legen auff die schöne brust Und mit erfrischtem hertzen sagen: Hier ist ein königreich voll lust.

Nein nein du schaust bestürtzt darnieder Läst tieffe seuffzer von dir gehn Das kleinste deiner zarten glieder Muß in dem trauer-stande stehn;

Wie klagstu über solche sachen Die man in allen gärten bricht? Laß dich dasselbe traurig machen So dir ein übel urtheil spricht.

Erkenne dich und lerne kennen Daß wo itzt blut und blüte siegt Wo allerhand begierden brennen Und eine faule wurtzel liegt

Es werden deine zarte wangen Nicht stetig rosen-stöcke seyn Bey ihnen fällt so wohl das prangen Als bey der rose zier und schein.

Drum laß mich deine rosen brechen Weil hier noch stock und blüte neu Ach weine! werd ich selten sprechen Das frische gras giebt welckes heu.

Komm komm und folge meiner lehre Die Venus hat es auch gethan Und tausend mehr was ist die ehre? Ein kluges nichts ein blosser wahn.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Verliebte Arien. · Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau · Poetry Cove