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1616–1679

Verliebte Arien.

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ich sehe dich zum ersten mahle Und muß das erste mahl von dir entzündet seyn. Dein schwartzes auge schlug mit einem lichten strahle Das feuer in mein hertz hinein.

Ich fühle schon die glut mir ins gesichte steigen Die flammen werden sich gar bald in augen zeigen. Was hab ich Celie verbrochen Daß du denstarcken plitz auff mich zuerst gericht?

Und welches ist die schuld die du so hart gerochen? Ich weiß von keiner sünde nicht. Wie? soll die straffe mir vielleicht darum geschehen Daß dich du götter-bild ein mensch hat angesehen?

So muß ich durch den grimm verderben Wofern dein strenger sinn Dianen ähnlich ist. Actäon sieht sie bloß und muß deßwegen sterben; Doch weil du eine Venus bist

So dencke diese läst mit feuer-heissen küssen Als sie Adonis sieht den blick und frevel büssen. Wer böse zauberey getrieben Dem wird das feuer sonst in rechten zuerkannt.

Ich weiß von solcher nichts. Ich wolte nur was lieben Und werde doch darum verbrannt. Der richter welcher mich so grausam will verdammen Schlägt selbst das feuer auff und trägt das holtz zusammen.

Ist ja dein eyffer nicht zu brechen Und wann die unschuld muß vor göttern schuldig seyn Wohlan! so will ich nicht dir göttin widersprechen; Ich stelle mich zum urtheil ein

Du wirst wie Venus that das blut-gerichte hegen Ich will Adonis seyn und mich auffs feuer legen.

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