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Vergänglichkeit

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Entferne dich du eitles wesen Dein schnödes blendwerck treugt mich nicht Mein fester sinn hat ihm erlesen Das weder zeit noch wechsel bricht.

Dein falsches scheinen In glück und freud Kehrt bald in weinen Der schnellen zeit

Vergänglichkeit. Wie blumen die des sommers blühen Und wenn der abend sich einstellt Sich zu der erden niederziehen

So ist das wesen dieser welt. Wohl! wer im leben Bey freud und leid Sich nicht ergeben

Der schnellen zeit Vergänglichkeit. Wo sind die theuren Mausoleen? Wo der palläste göldne pracht?

Wo sind Egypten deine höhen? Die zeit hat staub daraus gemacht. Wohl wer im leben etc. Wen itzt das glücke hochgestellet

Dem man geküsset fuß und hand Des stuhl wird alsbald umgefället Von dieser zeit in unbestand. Wohl! wer im leben etc.

Der schönheit theure himmels-waare Der gestern man als einem Gott Gebauet tempel und altare Wird heute motten asch und koth.

Wohl! wer im leben etc. Was hilfft der schatz der kaum zu zehlen? Er mehret nur der sorgen harm Ein böser tag kan uns ihn stehlen

So sind wir gleich den bettlern arm. Wohl! wer im leben etc. Zwar güter muth und frische glieder Sind werthe gaben wer sie hat;

Doch schlägt ein unfall jene nieder Und diese macht ein windlein matt. Wohl! wer im leben etc. Die zeit reist kron und purpur abe

Zeit ist der dinge rauberin; Die zeit trägt alle welt zu grabe Der zeit kan keine zeit entfliehn. Wohl! wer im leben etc.

Ist nichts beständigs nun zu finden So nicht der zeiten zahn verzehrt Wer will sein thun hier feste gründen Weil alles wie ein kleid verfährt.

Wohl! wer im leben etc. Fleuch nun du schatten-gleiches wesen Dein schnödes blend-werck treugt mich nicht. Mein sinn hat ihm vor dich erlesen

Was weder zeit noch wechsel bricht. Mein gantzes leben Zu iederzeit Bleibt fest ergeben

In freud und leid Der ewigkeit.

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