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1647

Unum discamus mori

Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Wenn wir die gantze welt in unsern kopff gefast Des himmels lauff gesehn der erden ziel gemessen Bey frühem morgen-licht und auch bey nacht gesessen Und alles durchgesucht so kommt ein fremder gast

Weist uns das stunden-glaß und spricht: Mensch lerne sterben Wo du nicht ewig wilst an leib und seel verderben. Ach wunder-volle kunst und unergründtes werck! Die weißheit so zuvor ein gantzes land geehret

Wird da zum kinder-spiel. Was Plato hat gelehret Was Socrates gesagt und was der künste berg Von klugheit bey sich hat das wird allhier zum thoren. Wer nicht recht sterben lernt ist ewiglich verlohren.

Und weil ich denn gewiß daß iede stunde mich Aus diesem leben rufft daß tag und nacht bezeuget Wie stets der arme mensch zu seinem grabe steiget; So mach ich mich bereit und trachte brünstiglich

In dieser höchsten kunst nur dieses zu begreiffen Wie meine seele mög in tods-gedancken reiffen.

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