Wenn wir die gantze welt in unsern kopff gefast
Des himmels lauff gesehn der erden ziel gemessen
Bey frühem morgen-licht und auch bey nacht gesessen
Und alles durchgesucht so kommt ein fremder gast
Weist uns das stunden-glaß und spricht: Mensch lerne sterben
Wo du nicht ewig wilst an leib und seel verderben.
Ach wunder-volle kunst und unergründtes werck!
Die weißheit so zuvor ein gantzes land geehret
Wird da zum kinder-spiel. Was Plato hat gelehret
Was Socrates gesagt und was der künste berg
Von klugheit bey sich hat das wird allhier zum thoren.
Wer nicht recht sterben lernt ist ewiglich verlohren.
Und weil ich denn gewiß daß iede stunde mich
Aus diesem leben rufft daß tag und nacht bezeuget
Wienach der arme mensch zu seinem grabe steiget;
So mach ich mich bereit und trachte brünstiglich
In dieser höchsten kunst nur dieses zu begreiffen
Wie meine seele mög in tods-gedancken reifen.